Ernte Hessen

Trockenheit sorgt für dünne Erträge

Landwirt Rüdiger Mayer und der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal (re.) nehmen den Weizen in Augenschein.
Bild: sro
Landwirt Rüdiger Mayer und der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal (re.) nehmen den Weizen in Augenschein.

Beim Erntepressegespräch des hessischen Bauernverbandes drehte sich alles um die Hitze. Besonders bei Raps rechnen die Landwirte mit Einbußen.

Wie in vielen anderen Regionen fehlt auch in Hessen der Regen. Im südhessischen Otzberg, in dem gestern das Erntepressegespräch des Bauernverbandes stattfand, fielen bisher nur 212 mm Niederschlag. Das ist rund ein Drittel weniger als normal. 

Das Getreide ist in vielen Regionen Hessens rund drei Wochen früher reif als normal. Die Ernte läuft gut, die Trocknungskosten seien zu vernachlässigen. Bei der Wintergerste und dem Winterweizen rechnet der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal mit Ertragseinbußen von zehn bis 30 Prozent. 

Bei Raps gibt es in Hessen unterschiedliche Ergebnisse. Von allen Produkten litt Raps am meisten unter den Witterungsverhältnissen. Er wurde von der plötzlichen Kälte im März schwer getroffen. Durch die starke Hitze seit April entstand eine frühe Blüte, bevor die volle Länge überhaupt erreicht war. In der Folge gibt es weniger Schoten. Schmal rechnet hessenweit mit Verlusten von zehn bis vierzig Prozent. Der Bauernverbandssprecher für Darmstadt-Dieburg, Axel Strauß, rechnet in seiner Region sogar mit Verlusten von 30 bis 50 Prozent.

Der Mais steht nun kurz vor der Blüte und bräuchte in den kommenden Wochen dringend Wasser. Ein weiteres Problem liegt au8ch den hessischen Landwirten auf dem Herzen: Durch die extreme Trockenheit wächst das Gras kaum. Schon beim zweiten Schnitt war das Gras sehr dünn, zu einem dritten oder vierten Schnitt kam es oft gar nicht. Schmal hatte deswegen bei der Landesregierung um die Genehmigung zur landesweiten Nutzung von Vorrangflächen gebeten. Letztendlich wurde das aber nur in drei Kreisen zugelassen.

Der hessische Bauernverband rechnet durch die allerorts schlecht ausfallende Ernte mit steigenden Gerste- und Weizenpreisen. Bisher ist der Preis für Gerste noch bei 160 €/t und somit viel zu gering. Viele Landwirte lagern ihre Ware deshalb lieber ein und hoffen auf steigende Preise. Sollte sich ein solches Jahr wiederholen, rechnet Schmal mit Preisen über 200 €/t.

Insgesamt sei es ein Jahr mit Herausforderungen. Durch die Bank gab es Einbußen. „Die Erträge sind dünn, die Erntebedingungen dafür gut. Trotz aller Verluste können wir uns noch glücklich schätzen", so Schmal. Die östlichen Bundesländer habe es wesentlich schlimmer erwischt.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Karlheinz Stangl
    Erstellt 19. Juli 2018 13:59 | Permanent-Link

    Zum Bild vom Bauernräsidenten: Liebe Grüße an den Redakteur, wenn jemand für ein Blatt wie "agrarzeitung" schreibt, sollte man erwarten können, dass die betreffenden Personen die entsprechenden Früchte, über die berichtet werden, nicht nur auf dem Papier kennen...

  2. Steffen Robens
    Erstellt 19. Juli 2018 17:31 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Stangl,
    es handelt sich auf dem Bild tatsächlich um Weizen und nicht um Gerste. Da hat wohl der Fehlerteufel zugeschlagen. Wir haben das korrigiert.

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