Ernteausfälle

Dürre in Polen als extrem bewertet


Dürrehilfen verspricht der neue polnische Agrarminister. Dazu müssen noch vor der Ernte die Schäden ermittelt werden. Das wird eng: der Drusch steht vor der Tür.

„Die Dürre ist extrem und die Kommissionen funktionieren nicht. Das darf nicht sein", sagte Jan Krzysztof Ardanowski am Freitag während seiner ersten Pressekonferenz im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Der neue Minister kritisierte mit dieser Aussage die Gemeindeverwaltungen, die eigentlich längst spezielle Ausschüsse zur Beurteilung der Trockenschäden hätten einrichten müssen.

Immerhin hatte das Nationale Institut für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) im polnischen Pulawy vor gut zwei Wochen in den betroffenen Regionen vor Ausfällen von etwa 20 Prozent gewarnt. Mittlerweile hat das IUNG weitere Daten analysiert und geht von Ertragsverlusten in einigen Regionen von mehr als 40 Prozent aus. Insgesamt sind in Polen fast 2.300 Kommunen von nennenswerten Ausfällen betroffen.
Die Landkarte vom 22. Juni zeigt die Regionen, in denen in Polen Trockenheit dem Sommergetreide zugesetzt hat. Keine Schäden gibt es nur in der hellblauen Zone im Süden. Die hell bis dunkel orange eingefärbten Flächen zeigen hingegen das Ausmaß der Dürre vor allem in der gesamten Nordhälfte.
Grafik: IUNG
Die Landkarte vom 22. Juni zeigt die Regionen, in denen in Polen Trockenheit dem Sommergetreide zugesetzt hat. Keine Schäden gibt es nur in der hellblauen Zone im Süden. Die hell bis dunkel orange eingefärbten Flächen zeigen hingegen das Ausmaß der Dürre vor allem in der gesamten Nordhälfte.

Der neue Minister versicherte am Freitag, dass die Bauern nicht ohne Hilfe bleiben würden. Er appellierte an die Gemeindeverwaltungen, umgehend die Kommissionen einzurichten, um die Verluste zu schätzen. Er erwartet, dass ab dieser Woche in jeder betroffenen Gemeinde ein spezieller Ausschuss aktiv sein wird. Denn der Verlust sollte noch vor der Ernte bewertet werden. Der Zeitdruck ist enorm, weil der Mähdrusch in diesem Jahr in Polen früher als üblich beginnen wird.

Ardanowski kündigte außerdem an, dass die polnische Regierung die EU-Kommission bitten wird, für die Dürrehilfen Geld aus dem Solidaritätsfonds zu verwenden. Nach seiner Ansicht wäre ein solches Vorgehen gerechtfertigt, weil nicht nur Landwirte in Polen, sondern auch in Nordeuropa unter fehlenden Niederschlägen leiden.
Welche Hilfen zur Debatte stehen

Wenn in Polen erhebliche Ertragsausfälle festgestellt werden, dann kann die Regierung staatliche Förderkredite und Pachtzinsen stunden. Außerdem ist es möglich, dass der Staat Beiträge zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung übernimmt. Ferner sind zinsgünstige Darlehen für Betriebsmittelkäufe üblich. Sollten die Schäden in einzelnen Kulturen mehr als 70 Prozent betragen, können auch direkte Beihilfen aus dem Haushalt geleistet werden.



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