Großbritannien

Hafer kommt als Leichtgewicht


In Großbritannien arbeiten sich die Mähdrescher nordwärts. In Schottland ist einige Braugerste ins Lager gegangen. Hafer bringt häufiger Leichtgewichte. Bei den Weizenerträgen ist alles dabei.

Allmählich kommt auch der Drusch der Sommergerste voran. Weil allerdings ein großer Teil der Flächen im Norden Großbritanniens liegt, waren bis Dienstag lediglich 35 Prozent der nationalen Fläche gedroschen, berichtet der Branchenverband AHDB. In den wichtigen schottischen Anbaugebieten für Braugerste geht die Ernte jetzt erst richtig los. Dort bereiten regional allerdings einige Bestände Sorgen, weil sie ins Lager gegangen sind. Im Süden Englands nennt der AHDB wie in der Vorwoche Sommergerstenerträge, die nahe dem britischen Durchschnitt liegen. Im Osten Englands und weiter nördlich zeichnen sich dagegen Mindererträge von 5 Prozent ab. In den Midlands berichtet der Verband sogar von Erträgen, die bis auf 2,5 t/ha absinken.

Aus den bisherigen Analysen errechnet der AHDB einen nationalen Durchschnittsertrag zwischen 5,1 und 5,5 t/ha – im Vergleich zum britischen Fünfjahresdurchschnitt von 5,8 t/ha. Zu den Qualitäten liegen kaum Ergebnisse vor, außer dass sich etwas zu hohe Eiweißgehalte abzeichnen.

Hafer ist im Osten des Landes zu leicht

Die Haferernte ist in Großbritannien zu 75 Prozent abgeschlossen. Das meiste steht noch in den nördlichen Landesteilen. Auf Basis der bisherigen Analysen könnte Hafer einen nationalen Durchschnittsertrag zwischen 5,2 und 5,4 t/ha bringen –einiges weniger als der britische Fünfjahresdurchschnitt von 5,7 t/ha. Die Hektolitergewichte enttäuschen. Bisher liegt der Durchschnitt bei 56 kg/hl. Es gibt ein ausgeprägtes West-Ost-Gefälle. Im Westen und Südwesten erreichen die Werte im Mittel 64 kg/hl, wogegen sie im Osten auf 51 kg/hl abfallen.

Im Süden ist der Weizendrusch beendet. Jetzt sind die Mähdrescher im Nordwesten und Nordosten Großbritanniens unterwegs. Der AHDB schätzt, dass bis Dienstag dieser Woche 80 Prozent der nationalen Flächen geerntet waren. Viel Weizen steht vor allem noch in den klassischen Spätdruschgebieten Schottlands.

Riesige Ertragsschwankungen bei Weizen

Hinsichtlich des Weizenertrages hat sich zu den Vorwochen nichts verändert. Die Differenz zwischen leichten und schweren Böden ist extrem mit Werten von 2,5 bis 15,0 t/ha. Auf Basis bisheriger Analysen könnte es 2018 auf einen mittleren britischen Ertrag von 7,7 bis 8,0 t/ha herauslaufen – also einiges unter dem britischen Fünfjahresdurchschnitt von 8,2 t/ha. Auch das Bild der – vergleichsweise guten – Weizenqualitäten ist wie bisher. AHDB nennt Hektolitergewichte um die 76 kg/hl (meist 73 bis 78 kg/hl), Fallzahlen von durchweg mehr als 300 Sekunden sowie Eiweißgehalte von 12,4 bis 13,5 Prozent (bis zu 15 Prozent).

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