Ernterückgang

Lettland hat weniger zu exportieren


Die Weizenernte in Lettland fällt schwach aus. Damit kann das baltische Land auch nicht so viel Weizen exportieren wie in den Vorjahren.

Lettland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen EU-Exporteur von Weizen entwickelt. In der Saison 2018/19 ist allerdings weniger zu erwarten. Das für die baltischen Länder zuständige Warschauer Außenbüro des US-Agrarministeriums (USDA) schätzt, dass in Lettland die Getreideernte 2018 nur 2,1 Mio. t erreichen wird. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr beträgt 20 Prozent. Wintergetreide verliert besonders, weil im nassen Herbst weniger ausgesät worden ist. Die Einbußen können nur zum Teil von Sommergetreide kompensiert werden, berichtet das USDA-Büro weiter. Denn Lettland ist wie alle Ostsee-Anrainerstaaten in diesem Sommer extrem von Dürre betroffen.

Besonders ausgeprägt ist der Rückgang der Weizenernte um 28 Prozent auf gut 1,5 Mio. t. Die Getreidequalität beurteilen die USDA-Beobachter als durchwachsen. Auffallend sind die kleinen Körner. In den Vorjahren hat Lettland nach Angaben des USDA-Büros 90 Prozent seiner Weizenernte exportiert. Die Exportmenge an lettischem Weizen hat jährlich bis zu 2,0 Mio. t erreicht. Hinzu kamen noch einige Tonnen von Weizen aus Litauen, die über die lettischen Häfen verschifft worden sind.

Naturkatastrophe statt Notstand

Lettlands größte Bauernorganisation hatte bereits im Juni vom Agrarministerium gefordert, den nationalen Notstand auszurufen. Dem ist die Regierung nicht gefolgt, berichtet das USDA-Büro. Stattdessen sei aber eine „Naturkatastrophe von nationalem Ausmaß“ erklärt worden. Damit haben die lettischen Landwirte zwar Anspruch auf das übliche Maßnahmenpaket in der EU, das vor allem Steuerstundungen oder vergünstigte Kredite umfasst. Wäre hingegen ein „Notstand“ ausgerufen worden, könnten Landwirte zusätzliche direkte Hilfen erhalten.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats