Ernteschätzung

Kanada erwartet hohes Rapsangebot


Weitgehend ungetrübt sind die Ernteaussichten in Kanada. Hinzu kommen reichliche Canola-Vorräte. Hoffnungen machen sich die Vermarkter auf die chinesische Nachfrage.

Trotz Trockenheit zeichnen sich in Kanada durchschnittliche Rapserträge ab, berichtet Chris Beckman aus der Marktabteilung des kanadischen Agrarministeriums. Er beruft sich auf Berichte aus der Branche und den Provinzregierungen. Die Trockenheit begünstigt außerdem einen pünktlichen Start des Mähdruschs, der bis Ende August weitgehend abgeschlossen sein sollte. Fallen die Erträge nicht doch noch deutlicher zurück, könnte Kanada 2018 die zweitgrößte Rapsernte der Geschichte einbringen. Beckman nennt im aktuellen Monatsbericht seines Ministeriums wie bereits im Vormonat 20,3 Mio. t. Das wären zwar 1 Mio. t weniger als die Rekordernte des Vorjahres, aber immer noch 2,4 Mio. t mehr als im Fünfjahresdurchschnitt.

Rekordernte 2017 hinterlässt hohe Vorräte

Doch selbst wenn die Ernte 2018 kleiner ist als im Vorjahr, ist kein Engpass in Sicht. Gewaltige Endbestände aus der Rekordernte des Vorjahres ergänzen das Angebot. Sie waren in der Saison 2017/18 von 1,3 Mio. auf 2,7 Mio. t gewachsen. Beckman rechnet zwar damit, dass Kanada 2018/19 seine Canola-Exporte angesichts einer lebhaften Weltmarktnachfrage auf 11,5 Mio. t deutlich ausbauen kann. Im Vorjahr waren es 10,8 Mio. t. Auch die Inlandsverarbeitung könnte zulegen, weil die Exporte von Öl und Schrot ebenfalls lebhafter laufen.

Chinesische Kunden orientieren sich nach Kanada

Besonders vielversprechend ist der Absatzmarkt in China, berichtet das Canola Council of Canada (CCC) ergänzend. Gerade erst hatte der Branchenverband Einkäufer aus China zu Besuch, die sich angesichts des Handelskonflikts mit den USA nach anderen Bezugsquellen für Ölsaaten, Ölschrote und  Pflanzenöle umschauen. CCC berichtet, dass China bereits 2017 aus Kanada 4,5 Mio. t Rapssaat, 1 Mio. t Rapsschrot und 670.000 t Rapsöl importiert hat. Besonders die Schrotmengen sollen künftig wachsen.

Preisaussichten bleiben gedämpft

Der Marktexperte aus dem Ministerium macht den Erzeugern aber wenig Hoffnung auf festere Preise. Beckman nennt für die Saison 2018/19  in nationaler Währung eine Spanne von 510 bis 550 Can-$/t. Das entspricht umgerechnet gerade einmal 350 bis 367 €/t. Nach wie vor sind Ölsaaten, Ölschrote und Pflanzenöle generell am Weltmarkt überreichlich vorhanden und halten die Notierungen in Schach.

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