Ernteschätzung

Kanada sitzt auf Canola


Die Ernteschätzung ist zwar noch sehr vage. Aber es gibt weitere gewichtige Gründe, dass Canola-Raps aus Kanada reichlich sein dürfte.

In Kanada zeichnet sich 2018 die zweitgrößte Rapsernte der Geschichte ab. Chris Beckman aus der Marktabteilung des kanadischen Agrarministeriums schätzt in seinem aktuellen Monatsbericht, dass es 20,3 Mio. t werden könnten. Das wären zwar 1 Mio. t weniger als die Rekordernte des Vorjahres, aber immer noch 2,4 Mio. t mehr als im Fünfjahresdurchschnitt.

Unterstellt hat Beckham 2018 Durchschnittserträge. Die hält er durchaus für realistisch, wenngleich regional Trockenheit noch etwas Ertrag kappen könnte. Relativ sicher ist dagegen die Anbauzahl von 9,2 Mio. ha, die Statistics Canada vor drei Wochen veröffentlicht hat. Das Statistikamt geht davon aus, dass die Fläche von Canola-Raps zur Ernte 2018 nur um etwa 1 Prozent im Vergleich zum Rekordumfang des Vorjahres eingeschränkt worden ist.

Endbestände mehr als verdoppelt

Doch selbst wenn die Ernte 2018 kleiner ist als im Vorjahr, wird das Gesamtangebot möglicherweise sogar  größer sein. Das liegt an den gewaltigen Endbeständen, die sich nach der Rekordernte des Vorjahres aufgebaut haben. Denn die Verarbeitung und die Exporte haben in der gerade beendeten Saison 2017/18 mit dem Erzeugungszuwachs voraussichtlich nicht Schritt gehalten. Deswegen könnten die Endbestände von 1,3 Mio. auf 2,7 Mio. t gewachsen sein. Diese Vorräte drücken zu Beginn der neuen Vermarktungssaison.

Beckman rechnet zwar damit, dass Kanada 2018/19 seine Canola-Exporte angesichts einer lebhaften Weltmarktnachfrage deutlich ausbauen kann. Preislich macht erden Erzeugern jedoch wenig Hoffnung. Denn Ölsaaten, Ölschrote und Pflanzenöle sind generell am Weltmarkt überreichlich vorhanden und halten die Notierungen in Schach

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