Ernteschätzung

Litauen erklärt den Notstand


Die Weizenernte in Litauen fällt auf ein Zehnjahrestief. Damit kann auch dieses baltische Land weniger exportieren.

Litauen erntet 2018 nur 2,8 Mio. t Weizen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang 29 Prozent. Die gesamte litauische Getreideernte fällt nach einer offiziellen Schätzung im Land um 26 Prozent auf 3,8 Mio. t zurück. Die Gründe sind die gleichen wie in allen anderen nordeuropäischen Ländern rund um die Ostsee: Im Herbst war es zu nass, um alle geplanten Winterkulturen auszusäen. Die als Ersatz angebauten Sommergetreidearten bringen grundsätzlich geringere Erträge. Darüber hinaus waren wichtige Getreideanbaugebiete in Litauen von der ausgeprägten Trockenheit im Mai und Juni betroffen. Ähnlich schwach sind die Ernteaussichten im benachbarten Lettland, das sich in den vergangenen Jahren neben Litauen zu einem wichtigen Weizenexportland entwickelt hat.



Das für die baltischen Länder zuständige Warschauer Außenbüro des US-Agrarministeriums (USDA) berichtet, dass die litauische Regierung wegen der Dürre den nationalen Notstand erklärt hat. Damit können den Landwirten Zins- und Steuerzahlungen gestundet werden. Eine ähnliche Situation hatte es in Litauen vor gut zehn Jahren gegeben. Im Jahr 2006 war ebenfalls wegen Dürre der Notstand ausgerufen worden.

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