Ernteschätzung

Polen wartet auf Zahlen aus den Dürreregionen

Zweistellige Rückgänge bei Getreide und Raps weist die erste offizielle Ernteschätzung in Polen aus. Für Hilfen bei Dürre zählen allerdings regionale Ergebnisse.

Polen verbucht 2018 eine unterdurchschnittliche, aber nicht katastrophal niedrige Getreideernte. Ohne Mais sind es nach der ersten Schätzung des Statistikamtes in Warschau rund 24 Mio. t. Das wären 14 Prozent weniger als im Vorjahr, das allerdings ein sehr gutes Ergebnis gebracht hatte. Der Rückgang beruht durchweg auf geringeren Erträgen. Besonders hoch waren die Einbußen bei Winterweizen, Triticale und Sommergerste, kleiner jedoch bei Roggen.

Weniger Raps von kleinerer Fläche

Die Höhe der Rapsernte 2018 schätzen die Agrarexperten im Statistikamt auf 2,2 Mio. t. Das wäre ein Rückgang um etwa 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hier beruht das kleinere Ergebnis sowohl auf einer eingeschränkten Anbaufläche als auch auf geringeren Erträgen.

Die Einbußen führen die Fachleute auf die hohen Temperaturen im Mai und Juni zurück, die angesichts der geringen Niederschläge die Böden ausgetrocknet und die Pflanzen schnell abreifen lassen haben. Hinzu kamen im Juli regional noch Unwetter mit starken, heißen Winden. Keinerlei Einbußen hat das Extremwetter übrigens an den Obstbäumen verursacht, im Gegenteil. In Polen wächst die größte Apfelernte aller Zeiten heran, weswegen die Erzeuger über den heftigen Preisdruck klagen.

Regionale Meldungen von den Gemeinden

Das Warschauer Statistikamt weist in seiner am Montag veröffentlichten Ernteschätzung keine regionalen Ergebnisse aus. Sie würden erheblich größere Ausfälle im Nordwesten zeigen, ist den bisherigen Berichten von Landwirten aus den Regionen zu entnehmen. Entsprechende Erhebungen sind in den vergangenen Wochen auf Gemeindeebene durchgeführt worden. Nach den bisherigen Hochrechnungen des Agrarministeriums sind landesweit rund 2 Mio. ha Agrarfläche von Dürre betroffen. Die bisher geschätzten Verluste summieren sich auf 563 Mio. Zloty, umgerechnet etwa 130 Mio. Euro.

Entscheidung über Ausgleich steht bevor

Über erste Ausgleichszahlungen wird in Polen im Laufe dieser Woche entschieden. Das Internetportal Farmer.pl berichtet, dass es um Entschädigungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Zloty geht. In Polen steht in Aussicht, dass dürregeschädigte Landwirte bei den Beiträgen, die sie an die staatliche Kranken-und Rentenversicherung zahlen, entlastet werden. Außerdem ist die Befreiung oder Minderung von Steuerschulden möglich. Darüber hinaus sind staatlich subventionierte zinsverbilligte Kredite zur Sicherung der Liquidität angedacht. Direkte Beihilfen sind vorgesehen, wenn Landwirte Ertragsausfälle in einzelnen Kulturen von mehr als 70 Prozent nachweisen.

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