Ernteschätzung

Tschechien erwartet mageren Drusch


Für Weizen und Sommergerste steht die zweite schwache Ernte in Folge vor der Tür. Raps schneidet kaum besser ab.

Das Statistikamt in Prag rechnet in seiner ersten Schätzung für 2018 mit rund 6,3 Mio. t Getreide (ohne Mais). Gegenüber der schon unterdurchschnittlichen Vorjahresernte würden etwa 8 Prozent weniger gedroschen. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel fiele das aktuelle Ergebnis sogar rund 15 Prozent kleiner aus, meldet die Behörde. Grund für den weiteren Rückgang 2018 sind nach Angaben des Statistikamtes vor allem geringere Ertragserwartungen.

Hitze hat besonders dem Weizen zugesetzt

Die beiden mit Abstand dominierenden Getreidearten in Tschechien sind Weizen und Sommergerste. Die Weizenernte 2018 könnte im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8 Prozent auf unter 4,4 Mio. t zurückgehen. Hauptgrund sind niedrigere Hektarerträge. Der EU-Prognosedienst MARS berichtete dazu im Juni, dass in Tschechien eine Hitzeperiode zur Weizenblüte die Ertragsanlagen verringert hat. Anschließend hat das anhaltend warme Wetter auch die Kornfüllungsphase verkürzt.

Tschechien ist außerdem in der EU ein bedeutendes Land für den Braugerstenanbau. Die tschechische Sommergerstenernte könnte um 11 Prozent auf rund 1,0 Mio. t sinken. Hier treffen eine verringerte Fläche mit schwächeren Hektarerträgen zusammen.

Raps bringt unterdurchschnittliche Erträge

Der tschechische Rapsanbau ist indes ausgedehnt worden. Auch die Hektarerträge könnten sich 2018 im Vergleich zu den sehr mageren Ergebnissen 2017 leicht verbessern. Die Ernte würde mit etwas mehr als 1,2 Mio. t Raps etwa 7 Prozent über dem Vorjahr, aber 10 Prozent unter dem Fünfjahresmittel liegen. Tschechien ist sechstgrößtes Rapserzeugungsland in der EU. Die vorderen Plätze nehmen Frankreich, Deutschland, Polen, Großbritannien und Rumänien ein.

 

 

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