Frühstart

Britische Landwirte fahren in den Weizen


In brütender Hitze und bis in die Nachtstunden dreschen britische Landwirte Getreide und Raps. Die Ergebnisse fallen zum Teil überraschend gut aus.

Ungewöhnlich weit fortgeschritten ist die Getreideernte in Großbritannien. Bislang sind landesweit etwa 80 Prozent der Wintergerstenflächen gedroschen. Der Branchenverband AHDB errechnet auf Basis der vorliegenden Erntemeldungen einen nationalen Durchschnittsertrag zwischen 6,8 und 7,0 t/ha. Er läge nahe am Fünfjahresdurchschnitt. Die Spanne ist allerdings mit 5,0 t/ha auf manchen leichten Böden bis zu Spitzenergebnissen von 11,0 t/ha sehr weit. Generell gehen die Agrarfachleute davon aus, dass die Kornbildung in der Wintergerste vor Beginn der Trockenheit bereits abgeschlossen war. Deswegen fallen die Hektolitergewichte überwiegend mit etwa 64 kg/hl ordentlich aus.

Nachtschicht für den Raps

Zugesetzt hat die Trockenheit dagegen dem Raps. Bis Dienstag dieser Woche waren etwa 63 Prozent der Rapsflächen geerntet. Im Südosten, Südwesten und Osten des Landes ist der meiste Raps im Silo. Bislang liegen dem AHDB nur wenige Rückstellmuster vor. Die bisherigen Proben deuten auf einen Durchschnittsertrag zwischen 3,0 und 3,2 t/ha hin und würden damit den Fünfjahresdurchschnitt um 10 bis 15 Prozent verfehlen. Als Spanne nennt der Branchenverband in dieser Ernte 2,0 bis 5,0 t/ha. Problematisch für den Rapsdrusch ist die brütende Hitze. Der Raps ist häufig knochentrocken, sodass die Körner beim Dreschen ausfallen. Einige Landwirte fahren deswegen nachts in die Bestände.

Weizen bringt erstaunliche Ergebnisse

Jetzt sind die Mähdrescher landesweit im Weizen unterwegs. Der AHDB schätzt, dass bis Dienstag 5 Prozent der Flächen vom Halm waren, das meiste davon in den südlichen Landesteilen. Für zuverlässige Aussagen zum Ertrag ist es noch zu früh, aber erste Analysen der Proben deuten auf Erträge hin, die nahe oder leicht unter dem mehrjährigen Durchschnitt pendeln. Außerdem sind die Hektolitergewichte mit 74 bis 78 kg/hl sowie die Fallzahlen mit mehr als 300 Sekunden auffallend gut.

Trockenheit plagt die Tierhalter

Die trockene Hitze macht den Landwirten aber generell zu schaffen. Viele Teile im Zentrum und im Osten Englands hatten über 50 Tage lang überhaupt keinen Niederschlag gesehen. Kaum jemand kann sich an einen solch trockenen Juni und Juli erinnern. Es war die trockenste Vorernteperiode der vergangenen 80 Jahre, berichtet AHDB. Deswegen kommt es auch immer wieder zu Feldbränden. Der Bauernverband NFU hat für die Tierhalter Futterbörsen eingerichtet. Wie auf dem Kontinent leiden besonders die Rinderhalter unter fehlendem Aufwuchs von den Flächen. Außerdem fallen beim Mähdrusch viel geringere Strohmengen an, sodass sich auch schon Engpässe bei der Einstreu auftun.

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