Gerstendrusch

Die Pfalz kommt gut weg


Im Vergleich zum Rest Deutschlands sieht es im Rheinland im Getreide ganz gut aus. In Hessen kommt es zu Ertragseinbußen.

Warme Temperaturen im Mai und im Juni ließen die Gerstenbestände schnell wachsen. Sie sind damit früher reif, als es die Landwirte gewohnt sind. Circa 10 Tage sei man zu früh dran, heißt es vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) und über 70 Prozent der Gerste sei bereits geerntet.
In manchen Teilen des Rheinlands rechnet man für die kommende Woche schon mit dem Beginn der Weizenernte, da die aktuell hohen Temperaturen für die nötige Trockenheit sorgen, erklärt der RLV. Die sei normalerweise erst gegen Ende Juli. Der Verband rechnet bei der Gerste mit Ernteergebnissen von um die 8,5 t/ha, im Vorjahr waren es 9 t/ha. Wie die Ergebnisse letztlich ausfallen, bleibt aber abzuwarten und sei je nach Region unterschiedlich. Im Rheinland werden auf circa 32.000 ha Gerste und auf 90.000 ha Weizen angebaut.

Winterweizen leidet in Hessen besonders

Die Ernte der Wintergerste ist in den hessischen Frühdruschgebieten aufgrund des hochsommerlichen Wetters  weitgehend abgeschlossen und hat in den Mittelgebirgslagen jetzt begonnen. Darauf weist der Hessische Bauernverband hin.  Der wärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und die Hitze im Juni haben die Abreife des Winterweizens, der mehr als die Hälfte der hessischen Getreidefläche einnimmt, beschleunigt und vielerorts zur Notreife geführt. Deshalb wird die Weizenernte in den meisten Landesteilen voraussichtlich zwei bis drei Wochen früher beginnen als in „normalen“ Jahren. Geringere Erträge werden die Folge sein. Im Hessischen Ried wurde schon in diesen Tagen Weizen gedroschen. In der Wetterau und anderen Regionen des Rhein-Main-Gebietes wird es, dort wo die Niederschläge lange Zeit ausblieben, Ende dieser Woche losgehen.

Auch beim Winterraps rechnen die Bauern mit Ertragseinbußen. Die nassen Aussaatbedingungen im August und September letzten Jahres sowie Frost im März beeinträchtigten das Wachstum dieser bedeutenden Ölpflanze. Danach setzte die Blüte zu schnell ein, bevor die Pflanzen vollständig entwickelt waren.

Futterprobleme in Hessen

In Nordhessen, beispielsweise im Werra-Meißner-Kreis, ist die Trockenheit besonders ausgeprägt. Dort fällt der zweite Silageschnitt, wenn überhaupt etwas geerntet werden kann, sehr spärlich aus. Deshalb hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, sich an Hessens Landwirtschaftsministerin Priska Hinz gewandt mit der Bitte, den Aufwuchs von Ökologischen Vorrangflächen wie in anderen Bundesländern auch, möglichst schnell zur Futternutzung freizugeben. 

Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes werden in Hessen zur Ernte 2018 rund 282.000 ha Getreide angebaut, darunter 158.000 ha Winterweizen, 64.000 ha Wintergerste und anderes. Hinzu kommen 59.000 ha Winterraps und 46.000 ha Silomais.

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