Getreideernte 2018

Ernteausfälle bedrohen Existenzen


Foto: da

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erwartet wegen der Trockenheit eine unterdurchschnittliche Ernte. Nationale Hilfen sind für betroffenene Betriebe nicht in Sicht.

Der DBV rechnet mit einer Getreideernte in Deutschland von 41 Mio. t. Der Deutsche Raiffeisenverband hatte im Juni noch 44 Mio. t geschätzt.  „Einige Betriebe haben wegen der Dürre nicht geerntet, sondern den Bestand direkt gehäckselt“, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, am Donnerstag zur Erntepressekonferenz in Trebbin/Brandenburg. Dort sind die Felder extrem trocken, weil es monatelang nicht mehr geregnet hat. Auf den leichten Böden betragen die Ernteverluste  40 bis 60 Prozent.

Die diesjährige Ernteprognose des DBV von 41 Mio. t entspricht gegenüber der bereits unterdurchschnittlichen Vorjahresernte in Höhe von 45,5 Mio. t einem Rückgang von 4,5 Mio.t.  Der verspätete Start ins Frühjahr und die schnelle Abreife der Wintergerste haben in diesem Jahr zu einem außergewöhnlich frühen Erntebeginn geführt: „Diese sehr kurze Vegetationsphase kostet Ertrag“, betont Rukwied. Vor allem im Norden und Osten Deutschland war die Frühjahrstrockenheit regional so stark ausgeprägt wie in den Jahren 2003 und 2011. Mit den hochsommerlichen Temperaturen reifte das Getreide daher zu schnell ab. „Diese Ernteausfälle bedrohen Existenzen.

Deshalb brauchen wir dringend Instrumente zur Liquiditätssicherung und die Möglichkeit, steuerfreie Rücklagen zum Risikoausgleich zu bilden“, forderte Rukwied. Er verwies aber auch auf die vielen Versuche, die diesbezüglich der Bauernverband bei der Bundesregierung gestartet habe, in guten Jahren eine steuerfreie Rücklage zu bilden, auf die Betriebe bei witterungsbedingen Ernteausfällen zurückgreifen könnten.

 

 

Die Getreideanbaufläche in Deutschland liegt bei 6,25 Mio. ha. Die Fläche von Weizen ist um 6 Prozent zurückgegangen. Die Winterweizenernte dürfte auf 20,5 Mio. t sinken, das entspricht einem Rückgang um 15 Prozent gegenüber 2017. Im Herbst konnten Landwirte die überschwemmten Felder nicht bestellen. Dafür wurden im Frühjahr mehr Sommerkulturen ausgesät. Deren Anbauflächen verzeichnen erhebliche Zuwachsraten – der Anbau von Sommergerste nahm um 29 Prozent auf 437.000 ha und der Anbau von Sommerweizen um knapp 160 Prozent auf 108.000 ha zu.

Auch Raps wurde laut Rukwied weniger gesät. Die Anbaufläche liegt mit  1,26 Mio. ha rund  46.000 ha unter Vorjahr. Die Rapsernte könnte daher mit nur 3,7 Mio. t das zuletzt schlechteste Ergebnis des Jahres 2011.Die Ertragserwartungen sind bundesweit mit 2,9 t/ha bescheiden. Damit würden die Erträge das vierte Jahr in Folge geringer ausfallen und den Durchschnittsertrag der letzten fünf Jahre von 3,8 t/ha um nahezu eine Tonne verfehlen.

Auch hier haben die Trockenheit sowie fehlende Pflanzenschutzmittel ihren Beitrag geleistet. Wenig haben Rukwied und Henrik Wendorff, Landesbauernpräsident in Brandenburg beim Mais. Im Norden sind die Bestände niedrig und licht. Auch im Süden gibt es erste Anzeichen von Trockenstress. Wer beregnen kann, beregnet. Allerdings könnten die Generatoren bei 34 Grad Celsius nicht mehr arbeiten.

 

Die Preise haben wegen der geringen Ernteerwartung angezogen. Für Futtergerste erzielten Landwirte im Bundesdurchschnitt 157 €/t gegenüber 139 €/t vor einem Jahr. Die Rapspreise haben sich im Vergleich zum Vorjahr massiv verschlechtert. Während zu Beginn der Vorjahresernte noch 362 €/t Raps erlöst wurden, sind es aktuell nur 338 €/t.

 

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