Großbritannien

Hitze kostet mindestens 1 Mio. t Weizen


Mit fortschreitendem Mähdrusch zeichnet sich in Großbritannien eine unterdurchschnittliche Weizenernte ab. Die Qualitäten sind gut.

Aktuell hat in Großbritannien der Weizendrusch Priorität. Der Branchenverband AHDB berichtet, dass bis Ende Juli 20 Prozent der Flächen vom Halm waren, das meiste davon in den südlichen Landesteilen. Den Ertrag schätzt der Verband auf Basis der ersten Analysen auf 5 bis 8 Prozent unter dem britischen Fünfjahresdurchschnitt von 8,2 t/ha. An dieser Tendenz könnte sich jedoch noch einiges ändern, wenn mit dem fortschreitenden Drusch mehr Proben ausgewertet sind. Die Hektolitergewichte bewegen sich bisher zwischen 74 bis 78 kg/hl, wobei auf leichten Böden die Werte auch auf 70 kg/hl abfallen können. Die Fallzahlen übersteigen nach Angaben des AHDB durchweg 300 Sekunden. Die Eiweißgehalte sind höher als üblich.

Erste Hochrechnung für Weizenernte

Auf Basis dieser ersten Weizenerträge und einer leicht eingeschränkten Anbaufläche nach dem nassen Herbst errechnet die Marktabteilung des AHDB, dass die britische Weizenernte 13,3 bis 13,7 Mio. t erreichen könnte. Das Ergebnis läge zwischen etwa 1,0 und 1,5 Mio. t unter dem Ergebnis des Vorjahres und dem Fünfjahresdurchschnitt.

Bei der Wintergerste bestätigen sich darüber hinaus leicht unterdurchschnittliche Erträge. Der Drusch war Ende Juli bis auf Restflächen in Schottland und Wales abgeschlossen. Der AHDB errechnet auf Basis der vorliegenden Erntemeldungen einen nationalen Durchschnittsertrag zwischen 6,7 und 6,9 t/ha. Er läge etwas unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Hektolitergewichte fallen mit überwiegend um die 65 kg/hl ordentlich aus, bei einer regionalen Spanne von 61 bis 68 kg/hl.

Rapserträge unterdurchschnittlich

Weit fortgeschritten ist der Rapsdrusch. Zum Monatswechsel waren etwa 80 Prozent der Flächen geerntet. Im Vergleich zu sehr pessimistischen Einschätzungen zu Erntebeginn haben sich die Aussichten etwas verbessert. Es könnte nach den bisherigen Analysen ein nationaler Durchschnittsertrag zwischen 3,2 und 3,4 t/ha herauskommen, im Vergleich zu 3,5 t/ha im Mehrjahresdurchschnitt. Auf schweren Böden berichtet der Branchenverband von Ergebnissen bis zu 5,0 t/ha. Der Ölgehalt liegt bei zufriedenstellenden 44 bis 45 Prozent.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 6. August 2018 09:55 | Permanent-Link

    Nun, das jüngste Prognose-Wetterleuchten des IGC korreliert doch noch immer in vortrefflichster Form mit den mutmaßlichen amerikanischen „Fake News“, die durch unsere Sphären geistern, was die extrem komfortable Versorgungslage am Weltmarkt angeht:

    In Summe gibt es wie gehabt überreich mehr als genug, da kann das Kraftwerk Sonne unserem Blauen Planeten noch so sehr einheizen. Es ist gewachsen, sprießt noch immer, quillt fröhlich von der Sonne gekitzelt hervor, selbst aus den verstecktesten Winkeln.

    Letztjährige Erntemengen werden nach wie vor als zuverlässig belastbare Zahlen kommuniziert, weshalb man schlussendlich einen Zeitraum von 122 Tagen im Hinblick auf den weltweit zu erwartenden Verbrauch als äußerst „comfortable safe“ schönzurechnen weiß. Zu früheren Zeiten war dahingehend im übrigen eine Versorgungssicherheit von 200 Tagen angestrebt, was im eigentlichen auch eher der Normalität entsprach. Nicht vergessen sollte man dabei immerhin, welche beachtenswerten Teilmengen davon in China gelagert sind. - Ein Viertel, vielleicht sogar noch mehr!?

    Jede Expertise vergisst aktuell geflissentlich, dass unsere diesjährige Vegetation mehr als 20 Tage früher von den Feldern abgeräumt wurde/wird. Was, wenn wir im nächsten Jahr um eben selbigen Zeitraum nach hinten verlagert eine weitaus spätere Ernte bekommen? Da unsere intellektuell überaus befähigten Agrarexperten internationalen Renommees augenscheinlich kaum mehr als die Grundschulrechenarten sicher beherrschen, kann man sich realiter in selbigen Reihen wohl nur schwerlich das Szenario ausmalen, dass eine Versorgungssicherheit flugs auf nur noch verheerende 80 Tage abschmelzen könnte...

    Nur sehr wenige Protagonisten scheinen DAS SO heute schon verinnerlichen zu wollen, welche Katastrophe in Summe damit heraufbeschworen würde...

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