Herabstufung

Frankreich: Weizen im Mittelfeld, Raps im Keller


Eine mittlere Weizenernte, aber eine sehr geringe Rapsernte zeichnen sich in Frankreich ab. Wintergerste ist leicht herabgestuft.

In einer ersten Ernteschätzung für Weichweizen geht die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) von 36,1 Mio. t aus. Das wären zwar 1,3 Prozent weniger als 2017, aber immerhin 1,2 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2007. Den Weichweizenertrag 2018 beziffert Agreste jetzt auf 7,3 t/ha – das wäre für französische Verhältnisse eine leicht überdurchschnittliche Ausbeute. Das relativiert Katastrophenmeldungen von Stratégie Grains. Die Analysten hatten vor einer Woche die französische Weichweizenernte bei nur 33,2 Mio. t angesiedelt.

Sehr weite Spanne der Erträge

Allerdings schneiden die Regionen völlig unterschiedlich ab. Agreste nennt als Extreme die Normandie mit Ernteeinbußen von fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu dreschen Landwirte im Nordosten (Elsass, Champagne-Ardenne und Lothringen) etwa 10 Prozent mehr als 2017. Von sehr heterogenen Weizenerträgen berichten auch die Analysten von Agritel. Die Ergebnisse bewegten sich in einer Spanne zwischen „enttäuschend“ und „befriedigend“. Die Qualitäten sind jedoch nach dem ersten Agritel-Urteil bislang durchweg in Ordnung.

Herabgestuft hat das Agrarministerium die Erwartungen an die französische Wintergerste. Agreste weist jetzt 8,9 Mio. t statt rund 9,1 Mio. t in der Juni-Schätzung aus. Die Ernte wäre 1,7 Prozent geringer als im Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 würde die Erzeugung aber um 8,8 Prozent ansteigen. Anders sind die Verhältnisse bei Sommergerste. Hier rechnet Agreste mit einem Anstieg der Ernte 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 3,2 Mio. t. Diese Erzeugung wäre jedoch um 0,5 Prozent schwächer als im mehrjährigen Mittel.

Raps enttäuscht auf ganzer Linie

Deutlich nach unten revidiert Agreste die Rapsschätzung. Nur 4,6 Mio. t sollen es 2018 in Frankreich werden. Vor vier Wochen lag die Erwartung noch bei 4,9 Mio. t, was auch schon enttäuschend gewesen wäre. Denn die Anbaufläche ist zur Ernte 2018 ausgedehnt worden. Die französischen Rapserträge 2018 erreichen im Mittel aber wohl nur 3,1 t/ha. Die Ernte von 4,6 Mio. t wäre um 14,5 Prozent kleiner als das Vorjahresergebnis, das allerdings ungewöhnlich hoch war. Im mehrjährigen Vergleich würde die Rapsernte aber ebenfalls um 9,5 Prozent abfallen.

Eine so geringe französsiche Rapsernte haben andere Analysten bisher nicht auf dem Schirm. Oil World hat am Freitag noch fast 5,0 Mio. t geschätzt. Die EU-Kommission hat Ende Juni für Frankreich eine Menge von 4,9 Mio. t in ihre Ölsaatenbilanzen eingestellt.

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