Hitzeschäden

Britische Raps- und Weizenbestände leiden


In England vertrocknet der Raps auf dem Halm. Bei Weizen nehmen die Sorgen zu, dass die Gluthitze der vergangenen Tage weitere Schäden angerichtet hat. Händler rechnen wieder mit hohem Importbedarf.

Nachdem es in England bis zum Wochenbeginn brütend heiß war, gehen dort die Erwartungen an die Weizenernte weiter nach unten. In der gesamten Phase der Kornfüllung war es für britische Verhältnisse bereits viel zu warm und trocken. Das Handelshaus Gleadell erwartet jetzt eine britische Weizenernte von rund 14 Mio. t. Die EU-Kommission hatte vor zehn Tagen für das Vereinigte Königreich 14,3 Mio. t geschätzt.

Es wäre die dritte unterdurchschnittliche Weizenernte in Folge. Damit bliebe das Land wieder ein größerer  Nettoimporteuer von Weizen, sagen die Händler von Gleadell voraus – es sei denn, der Inlandsbedarf von Weizen würde deutlich sinken. Dazu müsste entweder der Weizen im Futter durch importierten Mais ersetzt oder in den Ethanolwerken der Weizeneinsatz zurückgefahren werden.

Zu den Gerstenerträgen berichtet Gleadell, dass die Erträge 10 bis 20 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt ausfallen. Die Qualitäten sind jetzt jedoch in Ordnung. Zu Beginn des Gerstendruschs, der in England zwei Wochen früher als üblich gestartet war, gab es noch Berichte von stark variierenden Hektolitergewichten.

Die Ergebnisse der Rapsernte lassen sich noch schwer abschätzen. Farmers Weekly berichtet, dass die Körner häufig zu trocken sind. Die Landwirte lagern jedenfalls ein, was sie können. Die Händler von Gleadell rechnen auch nicht damit, dass in den kommenden Monaten nennenswerte Mengen von Raps an den britischen Markt kommen werden.

Bei Getreide zeichnen sich nicht nur geringere Kornerträge ab. Auch die Strohausbeute ist klein und die Strohpreise schnellen in die Höhe.

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