Hitzewelle

Britischer Weizen geht in die Notreife


Zwei Wochen früher als üblich startet der Mähdrusch in England. Die Gerste bringt weniger. Mehr noch bangen die Farmer um den Weizen. Außerdem hat der Bauernverband eine Futterbörse eingerichtet.

Im Süden England fahren die Mähdrescher seit Ende voriger Woche in die Wintergerste. Üblicher Erntestart wäre in der Region eigentlich eher der 15. Juli. Doch das außergewöhnlich trockene und heiße Wetter mit für die Insel untypischen Temperaturen von 30 Grad Celsius hat die Wintergerste schnell abreifen lassen. Mit negativen Konsequenzen, berichtet der Farmers Guardian. Die Gerstenerträge seien schwächer als üblich, aber noch nicht im roten Bereich. Große Sorge bereitet jedoch der Weizen. „Er reift nicht ab, sondern er stirbt“, zitiert die Fachzeitschrift einen englischen Erzeuger. In einigen Regionen berichten Landwirte, dass sie zuletzt Mitte Mai nennenswerte Niederschläge gemessen haben.

Gerste kommt noch ganz ordentlich herein

Auch im Osten des Landes läuft der Wintergerstendrusch seit Tagen auf Hochtouren. Farmers Weekly berichtet dort von durchschnittlichen Erträgen. Sie seien zwar nicht so außergewöhnlich hoch wie im Vorjahr, aber auch nicht enttäuschend, zitiert die Wochenzeitung einen Landwirt. Auch die Hektolitergewichte sind nach den bisherigen Berichten „kein Desaster“. Meldungen bewegen sich zwischen 64 und 68 kg/hl. Farmers Weekly registriert aber ebenfalls ausgeprägte Bedenken, dass die Trockenheit dem Weizen zusetzt. Gerade auf den leichteren Böden sei Notreife zu beobachten.

Offizielle nationale Schätzungen zur Weizen- und Gerstenernte 2018 im Vereinigten Königreich liegen noch nicht vor. Der EU-Handelsverband Coceral hatte Mitte Juni eine Weizenernte von 14,4 Mio. t (minus 3 Prozent im Vergleich zu 2017) und eine Gerstenernte von 6,5 Mio. t (minus 9 Prozent) geschätzt.

NFU richtet Futterbörse ein

Weil auch das Grünland regional nicht ausreichend Futter hergibt, hat der Bauernverband eine Futterbörse eingerichtet. Die „Forage Aid” der National Farmers Union (NFU) verbindet Rinderhalter, denen das Futter knapp wird mit Kollegen, die mit Vorräten aushelfen können.
Rinderhalter mit Futterknappheit können sich bei der Futterbörse melden.
Foto: NFU
Rinderhalter mit Futterknappheit können sich bei der Futterbörse melden.

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