MARS-Report

Dürre manifestiert sich


Der EU-Prognosedienst MARS berichtet von ausgetrockneten Böden in weiten Teilen Europas. Besonders betroffen sind auch Nordwest- und Mitteldeutschland.

In einem Sonderbericht analysiert der EU-Prognosedienst MARS die Auswirkungen der intensiven Hitzewelle in der zweiten Julihälfte, die in Westeuropa begleitet war von fehlendem oder sehr geringem Niederschlag. Temperaturen von mehr als 40 °C sind in Nordfrankreich, in Teilen der Benelux-Länder und in Nordwestdeutschland gemessen worden.

Temperaturen um 2 bis 4 °C zu hoch

Generell war es in der zweiten Julihälfte in Zentraleuropa und Nordwesteuropa zu warm, mit Abweichungen gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert um 2 bis 4 °C nach oben. Hiervon waren besonders auch große Teile Deutschlands betroffen.

Dass es in der zweiten Julihälfte 2019 recht geringe Niederschläge gab, ist aus Sicht der MARS-Experten für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Problematisch war allerdings in den betroffenen Regionen die Kombination mit der extremen Hitzewelle. Hinzu kam, dass es in einem breiten Gürtel vom Nordosten Frankreichs über Nordwestdeutschland und Mitteldeutschland Richtung Polen bereits seit Mai viel zu trocken war. Damit ist in den Böden ein riesiges Wasserdefizit entstanden, das MARS in einigen betroffenen Regionen (siehe Karte) als das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen des EU-Prognosedienstes im Jahr 1979 bezeichnet.

Die Karte zeigt die von der Dürre betroffenen Regionen: dunkelrot zeigt das trockenste Jahr seit 1979 an. Doch auch in den gelb markierten Regionen besteht noch ein leichtes Wasserdefizit.
Karte: MARS
Die Karte zeigt die von der Dürre betroffenen Regionen: dunkelrot zeigt das trockenste Jahr seit 1979 an. Doch auch in den gelb markierten Regionen besteht noch ein leichtes Wasserdefizit.
Betroffen von der extremen Trockenheit sind vor allem die Ackerkulturen Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln. Außerdem hat das Grünland in weiten Teilen Mitteleuropas in der zweiten Julihälfte das Wachstum eingestellt.

Hitzewelle hat nicht alle Europäer getroffen

Nicht alle Regionen waren allerdings von der Hitzewelle betroffen. Im Nordosten Europas – beginnend mit dem Nordosten Polens sowie den baltischen Staaten Richtung Russland war es in der zweiten Julihälfte eher zu kalt für die Jahreszeit. Gleichzeitig kam es in diesem Zeitraum zu ergiebigen Regenfällen in Großbritannien, den Alpen sowie in großen Teilen Rumäniens sowie in Teilen Ungarns, der Slowakei und der Ukraine.

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