MARS-Report

Kartoffeln fehlen in ganz Europa


Im kommenden Jahr könnten Kartoffeln in Europa noch knapper werden, als bisher befürchtet. Auch für Zuckerrüben haben sich die Aussichten deutlich verschlechtert.

In wichtigen europäischen Anbauländern werden die Kartoffelerträge in diesem Jahr deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Der europäische Prognosedienst Mars sieht in seinem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für die EU 28 einen Hektarertrag von 31,1 t. Ende Juli war noch mit 33,3 t gerechnet worden. Der aktuelle Wert liegt um knapp 7 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und dem Fünfjahresdurchschnitt.

Von Frankreich bis nach Finnland müssen die Landwirte mit niedrigeren Kartoffeleträgen rechnen.
Mars
Von Frankreich bis nach Finnland müssen die Landwirte mit niedrigeren Kartoffeleträgen rechnen.

Für Deutschland sieht Mars gegenüber dem Durchschnitt in diesem Jahr Einbußen von 21 Prozent auf 35 t/ha. Auch in anderen wichtigen Kartoffellländern droht eine schwache Ernte, so in Belgien (41,9t, minus 9,6 Prozent), Dänemark (36,1, minus 15 Prozent), den Niederlanden (40,4 t, minus 7,4 Prozent), Frankreich (40,8 t, minus 6 Prozent) und Polen (22,9 t, minus 4,3 Prozent). Über dem fünfjährigen Durchschnitt liegen nur die relativ unbedeutenden Produzenten Ungarn, Griechenland und Portugal. In Spanien und Großbritannien werden keine großen Abweichungen vom Durchschnitt erwartet.

Niedrigere Prognose für Deutschland

Weniger dramatisch ist die Lage bei Zuckerrüben. Die sehr hohen Ertragserwartungen aus dem Juli mussten aber deutlich nach unten korrigiert werden. Für die EU 28 rechnet Mars jetzt mit 73,8 t/ha, das sind 4,1 t/ha weniger als vor fünf Wochen. Der aktuelle Wert liegt 9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis und 1,1 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Für Deutschland wurde die Prognose um 3,2 t auf 71,7 t/ha gesenkt, das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahr und 5,1 Prozent weniger als im fünfjährigen Durchschnitt.

Dänische Rüben leiden unter der Trockenheit

Am stärksten hat sich der heiße und trockene Sommer auf die Bestände in Dänemark ausgewirkt. Mit 55,6 t/ha liegen die Erwartungen um 15 Prozent unter dem Durchschnitt. Mit niedrigere Erträge als in den Vorjahren müssen auch die Landwirte in Polen, Dänemark, Schweden und Finnland rechnen. In den Benelux-Ländern, Frankreich, Großbritannien und Spanien sind knapp überdurchschnittliche Erträge möglich. Mit 4 bis 5 Prozent über dem Fünfjahresschnitt sollen Italien, Kroatien und Ungarn abschneiden. Eine sehr gute Ernte wird für Rumänien erwartet. 49,4 t bedeuten gegenüber dem Fünfjahresschnitt ein Plus von 22 Prozent.

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