MARS-Report

Trockenheit drückt Ertrag

In Europa leiden die Erträge in den hitzegeplagten Gebieten im Norden und Osten weiter. In einigen südlicheren Gefilden war es hingegen zuletzt zu nass. Auch in Russland rücken Rekorderträge in weite Ferne.

Im Norden und Osten Deutschlands treffen Hitze und Trockenheit die Wintergetreidebestände in der Kornfüllungsphase. Auch in Dänemark und Schweden kommt das ungewöhnlich warme Wetter zur Unzeit. In Polen, Lettland und Finnland leiden auch die Sommergetreidebestände. Und in Ungarn, Rumänien und Bulgarien haben Hitze und Trockenheit zur Notreife geführt. Dagegen hat es in Italien und Frankreich sehr stark geregnet. In Frankreich ist daher Pilzbefall ein Problem, berichten der EU-Prognosedienst MARS in seinem Juni-Report am Montag. In Spanien hingegen findet die Kornfüllungsphase unter „optimalen Bedingungen“ statt.

Abwärtskorrektur vor allem bei Raps

Diese Gemengelage führt zu einer Abwärtskorrektur der Ertragserwartungen. Besonders stark betroffen ist Raps. Im EU-Schnitt beziffert MARS die Erträge aus der Ernte 2018 auf 3,05 t/ha, das wären 7,4 Prozent weniger als im fünfjährigen Durchschnitt und 4,4 Prozent weniger als im Mai mit 3,19 t/ha. Bei Roggen geht der MARS-Report von 3,7 t/ha aus, ein Minus von 5,6 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt und gut 3 Prozent weniger als im Mai (3,8 t/ha). Bei Weichweizen übertreffen die Ertragserwartungen zwar den mehrjährigen Durchschnitt, liegen aber mit 5,79 (Mai-Report: 5,93) t/ha unter der Vormonatsprognose.

Russische Weizenernte bestenfalls durchschnittlich

Bei Wintergerste schrauben die EU-Experten ihre Erwartungen auf 5,8 (6,05) t/ha zurück; der Fünfjahresschnitt wird gerade eben noch übertroffen. Die Prognose für den Körnermais-Ertrag liegt aktuell bei 7,35 (7,64) t/ha. Bei Sommergerste hingegen sind die MARS-Analysten positiv gestimmt und erhöhen ihre Ertragsprognose im Vormonatsvergleich auf 4,4 (4,31) t/ha.

Doch nicht nur in Europa ist es zu trocken. In Russland, und da vor allem in Kornkammern im Süden wie Stawropol und Krasnodar, ist es ebenfalls zu heiß und zu trocken. Generell sind die Böden im Süden Russlands im Mai ausgetrocknet, heißt es im MARS-Report, aber für die Winterweizenbestände seien sie „noch ausreichend“ gewesen. Daher seien auch die Auswirkungen auf die Ertragsbildung „noch begrenzt“. Das Fazit der MARS-Experten: Das Ertragspotenzial ist zwar noch durchschnittlich bis überdurchschnittlich, wird aber nicht an das Ausnahmejahr 2017/18 heranreichen. Satellitenaufnahmen würden diese Einschätzung bestätigen, heißt es.

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