Monitoring

Brüssel aktiviert Dürre-Überwachung


Die Kombination von Trockenheit und anhaltend hohen Temperaturen macht Landwirten zu schaffen. Die europäische Dürre-Überwachung nennt die „Hot-spots“, zu denen Nordostdeutschland zählt.

Seit dem Frühjahr fehlt in zahlreichen Ländern rund um die Ostsee der Regen. In Kombination mit für die Jahreszeit überdurchschnittlichen Temperaturen und zeitweiligen Hitzewellen trocknen weite Teile Nordeuropas aus. In Brüssel ist die europäische Dürre-Überwachung (European Drought Observatory – EDO) aktiviert. Sie bedient sich der Satelliten-Daten des EU-Systems Copernicus und zeigt ab sofort in regelmäßigen Abständen die buchstäblichen „Hot-spots“.

Die ersten Auswertungen reichen bis Ende Juni. EDO liefert die Gründe, warum in Nordosteuropa die Getreide- und Futterernte katastrophal niedrig ausfällt. So zeigen die Messergebnisse, dass es in den am meisten betroffenen Regionen schon seit Monaten viel zu trocken ist. Die hohen Temperaturen haben die Verdunstung beschleunigt. Hinzu kam häufig noch Wind, der zusätzlich ausgetrocknet hat. Die EDO hat über den Dreimonatszeitraum April bis Juni das Niederschlagsdefizit aufsummiert.

Rot entspricht „extrem trocken“, orange „sehr trocken“ und gelb „trocken“. Die weißen und violett einfärbten Flächen zeigen im Dreimonatszeitraum April bis Juni 2018 eine ausreichende Wasserversorgung. Seit Juli ist es aber auch in vielen Teilen Nordwesteuropas zu trocken.
Karte: EDO
Rot entspricht „extrem trocken“, orange „sehr trocken“ und gelb „trocken“. Die weißen und violett einfärbten Flächen zeigen im Dreimonatszeitraum April bis Juni 2018 eine ausreichende Wasserversorgung. Seit Juli ist es aber auch in vielen Teilen Nordwesteuropas zu trocken.

Die als „extrem trocken“ ausgewiesenen Regionen (in der Karte die roten Zonen) sind auch diejenigen, in denen die schlimmsten Ernteeinbußen festzustellen sind. In Deutschland ist ein breites Band betroffen, das etwa in Hannover beginnt und sich bis zur polnischen Grenze erstreckt. Weiter südlich sind auch Teile Thüringens sehr trocken. Ebenso prekär ist die Situation im Nordwesten Polens, in Lettland, Dänemark und weiten Teilen Schwedens.

Bislang sind die Trinkwasserressourcen noch nicht besorgniserregend betroffen, aber es gibt lokale Engpässe. Problematisch sind aber seit Wochen die Wald- und Feldbrände. Aktuell stellt EDO ein akutes Trockenheitsrisiko in weiten Teilen Europas fest. Betroffen sind zurzeit die Nordhälfte Deutschlands, der Süden Englands, die Niederlande, ganz Skandinavien, Lettland, der Westen Polens, und Teile von Tschechien.

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