Niedersachsen

Furcht vor katastrophaler Kartoffelernte


Foto: Rainer Sturm/Pixelio

Nach monatelanger Trockenheit präsentieren sich die Kartoffelfelder in Niedersachsen in einem traurigen Zustand. Die Stärkeindustrie fürchtet hohe Einbußen.

In Niedersachsen rechnen die Landwirte mit einer extrem schlechten Kartoffelernte. Auf Flächen, die nicht beregnet werden können, werden Einbußen in einer Bandbreite von 30 bis 50 Prozent befürchtet. Betroffen sind vor allem die Anbauer von Stärkekartoffeln in der Grafschaft Bentheim und im Emsland. Aber auch in den anderen Gebieten zwischen der Küste und dem Münsterland sind extrem hohe Ertragsverluste wahrscheinlich. Auf ein knappes Rohstoffangebot müssen sich deshalb nicht nur die Stärkeproduzenten, sondern auch die Kartoffelverarbeiter aus der Lebensmittelindustrie einstellen. Ob Stärke, Flocken, Kartoffelsalat oder Bratkartoffeln, für alle Produkte wird das Rohstoffangebot klein ausfallen.

Auf den beregneten Flächen konnte das Schlimmste verhindert werden. Allerdings mussten die Felder bis zu zehn Mal beregnet werden, was hohe Kosten verursacht hat. Die große Hitze schadete zudem der Qualität. Größere Probleme mit Schorf und Drahtwurm werden ebenso befürchtet, wie Zwiewuchs, ein frühes Keimen und viele kleine Knollen. Mit Ware, die sich nicht für die Packbetriebe eignet, könnte die Industrie eine Teil ihrer Lücken schließen.


Auf nicht beregneten Flächen sind die Pflanzen oberirdisch häufig bereits abgestorben. Von leichten sandigen Standorten werden Totalverluste gemeldet. Auf den anderen Flächen liegen die Ertragserwartungen bei 10 bis 20 t/ha. Regenfälle werden nun kaum noch helfen, sind aber erwünscht, denn aus dem ausgetrockneten Boden sollten die Knollen nicht gerodet werden.

Bei den Pflanzkartoffeln scheint es keine größeren Ertragsprobleme zu geben, da sie meist auf beregneten Flächen angebaut werden. Übergrößen aus den Vermehrungsbeständen werden in diesem Jahr zum gefragten Gut, weil sie bei den Pommes-Produzenten begehrt sind. Zum Ende eines extremen Sommers wächst in der Landwirtschaft das Interesse an Beregnungsmöglichkeiten. Bei den Landkreisen gehen in diesen Wochen zahlreiche Anträge für den Bau von Brunnen ein, berichtet ein Berater gegenüber agrarzeitung.de.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats