Niedersachsen

Landvolk: Ernte noch schlechter als erwartet


Beregnung ist ein Hilfsmittel gegen die Dürre
Foto: da
Beregnung ist ein Hilfsmittel gegen die Dürre

Die weiterhin trocken-heiße Witterung fordert auf Niedersachsens Feldern ihren Tribut: Die Erntemeldungen der Landwirte liegen nach Umfragen des Landvolkes Niedersachsen noch deutlich niedriger als bislang befürchtet.

„Wir müssen die Erträge mittlerweile weiter nach unten korrigieren, landesweit wird die Getreideernte um rund ein Drittel niedriger ausfallen als im schon enttäuschenden Vorjahr“, fasst Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke den aktuellen Stand der Dinge zusammen.
Konkret bedeutet das landesweit eine um 2 Mio. t geringere Ernte. Die Landwirte hoffen zum Ausgleich für diese Ertragseinbußen auf steigende Preise. Erst in dieser Woche hatten die Notierungen sichtbar angezogen. B-Weizen ab Station wird nach Informationen von agrarzeitung.de vom Handel mit rund 170 €/t angegeben.

Otte-Kinast soll helfen

Bei vielen Bauern sind zugleich aber nach zwei schlechten Vorjahren die finanziellen Reserven erschöpft. „Zu der Noternte kommt dann der Notverkauf“, bedauert der Landvolkpräsident. Erhebliche Probleme befürchtet er auch für die Viehhalter. Auf den Wiesen wachse kein Gras nach, der Silomais als wichtigste Futterpflanze zeige ebenfalls deutliche Folgen. Bei Rüben und Kartoffeln seien Einbußen nun ebenfalls unvermeidlich. „Überall auf den Höfen werden die Mindererträge die Liquidität erheblich belasten“, sagt Schulte to Brinke und fügt an: „Hier ist die konkrete und schnelle Hilfe des Landes notwendig“. An Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast geht daher die Aufforderung, bereits jetzt alle Weichen zu stellen, damit die Agrarprämien so frühzeitig wie möglich und vollständig spätestens in den ersten Dezembertagen auf den Konten der Empfänger gut geschrieben werden können. „Damit werden die Betriebsleiter zumindest in die Lage versetzt, ihren finanziellen Verpflichtungen wie unter anderem Pachtzahlungen sowie Finanzierung von Saatgut oder Futter nachzukommen“, verdeutlicht Schulte to Brinke.

In zahlreichen Regionen müssen Landwirte hohe Abstriche gegenüber „normalen“ Jahren machen. Besonders deutlich fallen die Einbußen auf leichten Standorten ohne Beregnung aus. Auf den Beregnungsstandorten im Nordosten konnte ein Totalausfall verhindert werden. Aber selbst auf den besseren Bördestandorten um Hildesheim oder Braunschweig herum füllen sich die Mähdreschertanks langsamer als in anderen Jahren. In Süddeutschland hingegen ist die Lage entspannter. So erwarten bayerische Ackerbauern und die Kollegen entlang des Rheingrabens eine durchschnittliche Ernte.  

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  1. Jürgen Seufferlein
    Erstellt 18. Juli 2018 11:42 | Permanent-Link

    Franken gehört auch zu Bayern, und hier wird in den klassischen Trockenregionen auf Gipskeuper 50dt/ha Gerste (-40% z.VJ), 35dt/ha Triticale (-55/60% z.VJ), 20dt/ha Raps (-50% z.VJ) geerntet. Das ist weit unter Durchschnitt.

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