Ernte 2016

Österreicher machen guten Schnitt


„Der gute Witterungsverlauf hat heuer sehr gute Erträge zugelassen. Insbesondere Erträge auf Böden niedriger Bonität liegen weit über dem Durchschnitt, da die Versorgung mit Wasser dieses Jahr nicht der limitierende Produktionsfaktor war. Zusätzlich wurden Erzeuger durch eine optimale Bestandsführung mit einer sehr guten Qualität belohnt“, sagte Franz Stefan Hautzinger von der Agrarmarkt Austria (AMA) in dieser Woche in Wien.

Die Erntemenge von Weichweizen beziffert Hautzinger auf 1,9 Mio. t, 19 Prozent mehr gegenüber Vorjahr. Sie zeichnet sich durch gute Qualitätsmerkmale - hohe Fallzahlen und gute Hektolitergewichte - aus. Der Proteingehalt allerdings kann mit den Werten des Vorjahres nicht mithalten. Bundesweit wird die Qualitätsverteilung derzeit auf rund 20 Prozent Premium- und Qualitätsweizen sowie 63 Prozent Mahlweizen geschätzt. Der Rest ist Futterqualität. Die Ausbeute ist damit schwächer als im Vorjahr. Doch gibt die AMA Entwarnung in Bezug auf die Preise: „Die Vermarktungschancen für Qualitätsweizen aus Österreich bleiben intakt, da die Qualitäten in Frankreich, Ungarn und Deutschland unter den Werten von Österreich liegen."

Braugerste zufriedenstellend

Winter- und Sommergerste konnten die guten Vegetationsbedingungen ausnutzen, die Erträge sind gut. Die Braugerstenqualitätseigenschaften wie insbesondere der Proteingehalt sind zufriedenstellend. Roggen, nach Weizen das zweitwichtigste Brotgetreide in Österreich, liefert bis jetzt zufriedenstellende Erträge und Qualitäten, wobei die Ernte im Hauptanbaugebiet Waldviertel noch aussteht. Raps erzielt leicht überdurchschnittliche Hektarerträge, litt jedoch unter dem Spätfrost Ende April.

Preise für Futtergetreide unter Druck

Die großen Getreidemengen, hohe Lagerbestände, ein erhöhter Anteil an Mahl- und Futterweizen und eine prognostizierte Maisernte von rund 2 Mio. t belasten den Markt. Dementsprechend niedrig notiert aktuell die landwirtschaftliche Produktenbörse in Wien. (da)
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