Ernteschätzung

Frankreich senkt Daumen für Mais und Weizen

Die französiche Maisernte fällt nach der ersten offiziellen Schätzung deutlich unterdurchschnittlich aus. Die Weizenernte stuft das Agrarministerium um 1 Mio. t nach unten.

Für die französische Maisernte 2018 gibt die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) eine erste Schätzung ab. Das Aufkommen an Körnermais wäre mit 12,8 Mio. t um fast 10 Prozent kleiner als 2017 und um 11 Prozent geringer als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Grund sind nach Angaben von Agreste die hohen Temperaturen und geringen Niederschläge seit Juni. Dort, wo nicht beregnet werden konnte, sind die Erträge deutlich geschrumpft.

Offizielle Weizenzahl höher als private Schätzungen

In seiner aktualisierten Ernteschätzung für Weichweizen geht Agreste von 35,1 Mio. t aus. Das wären 4 Prozent weniger als 2017 und 2,1 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Die offizielle Schätzung ist allerdings nach wie vor recht hoch. Private Analysten wie Agritel und Strategie Grains haben zuletzt für Frankreich eine Weichweizenernte von 34 Mio. t und weniger geschätzt.

Unter der Sommerhitze hat in Frankreich auch die Produktion von Hartweizen gelitten. Agreste schätzt jetzt rund 1,8 Mio. t. Die Erntemenge würde im Jahresvergleich um etwa 13 Prozent fallen, in den südlichen Regionen sogar um 20 bis 40 Prozent. Allerdings geht ein Teil des Rückgangs auf das Konto einer eingeschränkten Anbaufläche. Im mehrjährigen Vergleich fällt die Durumerzeugung sogar leicht höher aus.

Gerste hat ebenfalls gelitten

Weiter herabgestuft hat das Agrarministerium die Erwartungen an die französische Wintergerste und Sommergerste. Agreste weist jetzt 8,7 Mio. t Wintergerste statt rund 8,9 Mio. t in der Juli-Schätzung aus. Die Ernte wäre etwa 4 Prozent geringer als im Vorjahr, läge aber auf dem Niveau des Fünfjahresdurchschnitts. Bei Sommergerste rechnet Agreste mit einem Anstieg der Ernte 2018 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 2 Prozent auf knapp 3,1 Mio. t. Vor einem Monat waren allerdings noch fast 3,2 Mio. t erwartet worden.

Nicht mehr weiter nach unten geht Agreste mit der Rapsschätzung. Es bleibt bei rund 4,6 Mio. t, was 14 Prozent weniger als im Vorjahr und 9 Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt wäre. Besonders enttäuschend ist für die französischen Erzeuger der erhebliche Ernterückgang trotz vergrößerter Anbaufläche. Die Erträge 2018 sind mit 3,0 t/ha sehr niedrig.

Sonnenblumenernte gleicht Rapsdefizit nicht aus

Auch die Erzeugung von Sonnenblumen geht zurück, allerdings gemessen am Rekordjahr 2017. Agreste schätzt die französische Ernte 2018 auf 1,3 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr fehlen 17 Prozent, von denen 4 Prozent auf einem Flächenrückgang und 13 Prozent auf geringeren Erträgen beruhen. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt wäre die aktuelle Ernte um 7 Prozent geringer.

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