Ostfriesland

Schwerer Hafer von der Küste

Im Nordwesten Deutschlands sind die Mähdrescher noch im Einsatz. Die Erträge fallen nicht so schlecht aus wie befürchtet. Die Qualitäten geben wenig Anlass zur Kritik.

Trotz einer seit drei Monaten anhaltenden Trockenperiode fallen die Getreideerträge in Ostfriesland noch akzeptabel aus. Beim Weizen werden 7 bis 8 t/ha gedroschen, das sind 2 t weniger als in durchschnittlichen Jahren. Ähnlich umfangreich sind die Verluste bei Gerste, wobei in diesem Jahr ein deutlich größerer Anteil Sommergerste darunter ist. Die katastrophalen Aussaatbedingungen im vergangenen Herbst hatten viele Landwirte gezwungen auf Sommerungen auszuweichen. Deutlich ausgeweitet wurde der Haferanbau. Die Hafererträge liegen mit 5 bis 8 t trotz der breiten Streuung insgesamt auf einem zufriedenstellenden Niveau. Erfreulich sind die hohen Hektolitergewichte, die in den meisten Fällen über 50 kg zum Teil sogar bei bis zu 57 kg liegen. Auch beim Weizen und der Gerste sind die Qualitäten ausgezeichnet. Zudem kommt die Ware trocken in die Erfassungsläger.

Die guten Qualitäten und die hohen Futtergetreidepreise kompensieren die Ertragsverluste weitgehend. Für Futterweizen werden frei Landlager rund 190 €/t bezahlt, für Gerste 2 bis 2 € weniger. Ein großer Teil des Hafers wurde über Vorkontrakte bereits vermarktet. Der Rest wird zunächst eingelagert, sodass sich Preise nur schwer greifen lassen. Für schweren Hafer mit Hektolitergewichten von 55 bis 56 kg werden franko Westfalen rund 190 bis 195 €/t diskutiert. In den Niederlanden wird Hafer mit 48 bis 50 kg mit 170 bis 175 €/t bewertet. Die Ernte von Winterweizen und Sommergerste wird in Ostfriesland noch rund eine Woche andauern.


Die Milchviehbetriebe an der Küste leiden unter gesunkenen Grundfuttererträgen. Nach einem normalen ersten Schnitt, fielen die Erträge beim zweiten Schnitt schon sehr schlecht aus. Der dritte Schnitt brachte keine nennenswerten Mengen. Auch die Maisbestände zeigen klare Anzeichen von Trockenstress, sodass bei der Silomaisente mit deutlichen Ertragseinbußen gerechnet werden muss.

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