Sommergerste

Fläche in Europa schrumpft weiter


Auf einer kleineren Fläche für Sommergerste in vielen Ländern Europas wächst bisher eine gut durchschnittliche Ernte heran. Die Bedingungen waren in vielen Regionen gut, auch wenn sich Trockenheit und teilweise zu viel Regen abwechselten. Jetzt gilt es die Auswirkungen des heißen und trockenen Wetters abzuwarten.

Aufgrund zunehmender Qualitätsrisiken und des Klimawandels entscheiden sich viele Landwirte in Europa häufig für den Anbau anderer Kulturen. Deutlich weniger Rapssaat als im Vorjahr und eine frühe Aussaat ermöglichten der Sommergerste in Frankreich einen guten Start. Ein Zuwachs von fast 100.000 ha (siehe Tabelle) im Vergleich zum Vorjahr ist zu registrieren. Die bisherigen Aufwuchsbedingungen waren sehr gut. Andauernde Regenfälle während der Blüte im Juni haben das Potential allerdings etwas geschmälert. Der Krankheitsdruck kann möglicherweise steigen.

Die Fläche in Dänemark fällt in diesem Jahr dagegen um rund 200.000 ha kleiner aus als im Vorjahr. Mehr Winterweizen wurde ausgebracht. Die Saat präsentiert sich aktuell in einem sehr guten Zustand, benötigt aber Regen. In England und Wales werden kaum Krankheiten festgestellt. Der aktuelle Stand der Saat wird als gut beschrieben, auch wenn nach guten Bedingungen zur Aussaat zunächst eine trockene Periode und anschließend eine sehr feuchte Witterung den Aufwuchs begleiteten.

In tieferen Bodenschichten fehlt Wasser



Die Fläche in Deutschland wurde aufgrund der Ausdehnung von Wintergetreide und regional auch Mais reduziert. Gute Wachstumsbedingungen mit einer ausreichenden Feuchtigkeit im Oberboden aber trockenen tieferen Bodenschichten waren vorhanden. Es besteht noch Bedarf an Wasser, um das erwünschte Ertragspotential erreichen zu können. In Beregnungsgebieten wie Niedersachsen sind die Beregnungsmengen aufgrund des heißen Sommers im vergangenen Jahr begrenzt. Sollte die Möglichkeit der Beregnung in diesen Regionen entfallen, wird der Braugerstenanbau deutlich reduziert, wenn nicht ganz eingestellt.

Zu trocken in den Niederlanden

In den Niederlanden war es bis Anfang Juni zu trocken für eine gute Entwicklung. Es werden unterdurchschnittliche Erträge erwartet. In Schweden sind auf einer kleineren Fläche als 2018 ähnlich gute Feldbestände wie in Dänemark zu registrieren. Besonders die Landwirte im Süden sind sehr zufrieden. Die kleinere Fläche in Finnland ist auch dem stärkeren Anbau von Wintergetreide und Erbsen geschuldet. Die Sommerungen konnten unter sehr guten Bedingungen und eher als im Durchschnitt ausgebracht werden, auch wenn starke Regenfälle die Aussaat unterbrachen. Regen wäre jetzt im Süden des Landes notwendig, um eine gute Kornfüllung zu bekommen. Die nochmalige Reduzierung der Fläche in Österreich ist auf das generell hohe Qualitätsrisiko zurückzuführen. Der Maisanbau ist für die Erzeuger lukrativer. Die Bestände sind aufgrund des rechtzeitigen Regens überwiegend gut entwickelt.

Lokale Stürme in Tschechien

In der Slowakei war es im März und April trocken. Regen im Mai hat die Situation verbessert. Durchschnittliche Erträge werden auf einer kleineren Fläche erwartet. Ähnlich sieht es in Tschechien aus. Im Juni kamen noch lokale Stürme und Hagel hinzu. Sie haben zu Lager geführt. Die meisten Felder sind aber noch in Ordnung und zeigen eine gute durchschnittliche Entwicklung. Die schwachen Ernteergebnisse aus 2018 und besseren Erlöse bei Wintergetreide und Mais haben die Fläche für Sommergerste in Polen ebenfalls reduziert. Einer guten Entwicklung im April und Mai folgte eine trockene und warme Periode im Juni. Negative Auswirkungen auf die  Pflanzen werden nicht ausgeschlossen. Bei Regen könnten aber noch mittlere bis gute Erträge erzielt werden.

Voraussichtliche Anbaufläche Sommergerste Europa  (in 1000 ha)  

Land

2019

2018

 

 

 

Großbritannien

721

747

Frankreich

576

487

 Dänemark

485 - 520

712

Deutschland

377

447

  Schweden

278

346

Tschechien

205-210

222

Quelle: eigene Recherche, Coceral

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