Süddeutschland

Bayern uneins über Erträge

Foto: BBV

In einigen Regionen Bayerns haben sich fehlende Niederschläge ausgewirkt. Betroffen sind vor allem Ostbayern und Franken. Über das Ausmaß gibt es im Ministerium und  in der Landwirtschaft unterschiedliche Auffassungen.

Im ostbayerischen Raum und im nördlichen Franken sind Ausfälle beim Weizen, aber auch beim Raps zu erkennen. Insgesamt dürfte der Freistaat jedoch mit einem blauen Auge davonkommen.

Die Schätzungen des Landwirtschaftsministeriums in München gehen allerdings bislang noch von schwächeren Getreideerträgen aus. Vor der Presse in Freising sprach Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber von Schätzungen, die unter dem langjährigen Durchschnitt von insgesamt 6,8 Mio. t. (ohne Körnermais) liegen könnten. Auf den guten Ackerbaustandorten berichten jedoch Landwirte und Erfassungshändler auf Anfrage der agrarzeitung von Wintergerstenerträgen, die das Vorjahresniveau erreichen und teilweise sogar darüber liegen. Auch sei die Qualität überwiegend zufriedenstellend.
Die Verhältnisse beim Raps sind nach Informationen des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) dagegen eher besorgniserregend. Die teilweise durch Knospenwelke geschwächten Bestände wurden verstärkt von Schädlingen wie dem Kohlschotenrüssler befallen. Die Rapsernte hat zehn Tage früher als üblich begonnen. Die Erträge dürften nach Ansicht des BBV unter dem Durchschnitt liegen.

Kartoffeln, Mais und Leguminosen können noch aufholen

In den niederschlagsarmen Gebieten führte der Wassermangel zwar auch zu einer gebremsten Entwicklung bei Kartoffeln, Mais und Leguminosen, allerdings könnten sich hier die Ernteaussichten bei reichlicheren Niederschlägen durchaus noch verbessern. Schon gegenwärtig präsentieren sich die Schläge in einem zufriedenstellenden Zustand. Der BBV erwartet deshalb bei diesen Kulturen mittlere bis gute Erträge.

Maisfläche sinkt

Bei den Anbauflächen gab es im Vergleich zum Vorjahr nur leichte Veränderungen: Die Getreidefläche ist in Bayern mit etwas über einer 1 Mio.ha fast unverändert geblieben. Winterweizen wurde nach Angaben des Ministeriums auf etwa 469 000 ha angebaut. Das sind rund 20 000 ha weniger als im Vorjahr. Bei der Sommergerste hat sich der Aufwärtstrend dagegen fortgesetzt. Die Anbaufläche ist um rund 6.000 auf fast 105.000 ha gestiegen. Auch bei Wintergerste hat der Anbau um etwa 3.000 auf über 230.000 leicht zugelegt. Die Zuckerrüben-Fläche ist mit rund 71.000 Hektar stabil. Ebenso Dauergrünland mit über einer Million Hektar. Eine Trendwende ist nach den Worten der Ministerin beim Mais festzustellen: Die Mais-Anbaufläche ist bereits zum zweiten Mal in Folge rückläufig.
Weiter angestiegen ist dagegen der Anbau von Eiweißpflanzen. Vor allem bei den Sojabohnen ist die Fläche um fast 40 Prozent auf rund 12 000 Hektar gewachsen. Bereits im vergangenen Jahr konnte sie um mehr als 30 Prozent zulegen, was Kaniber als sehr erfreulich bezeichnet.

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