Thüringen

Feuerwehren im Dauereinsatz

Die Gefahr von Feldbränden, wo noch Getreide, Stoppeln oder vertrocknetes Gras steht, wird immer bedrohlicher. Landwirte müssen Güllefässer mit Wasser füllen, damit den Feuerwehren Wasser zu Verfügung steht.

Die Erntearbeiten verschieben sich immer mehr in die nördlichen und westlichen Bundesgebiete. Die Ernte ist derzeit mit Tageshöchsttemperaturen von über 35 Grad Celsius ein gefährliches Unterfangen. Pausenlos werden die Landwirte aufgefordert, die Maschinen abkühlen zu lassen, um die Brandgefahr einzudämmen. Die Winterweizenerträge, die derzeit in Niedersachsen und weiter im Norden und Osten geerntet werden, bringen doch noch Erträge bis zu 8 oder 10 t/ha. Sie hängen sehr von der Bodenfeuchte, Vorfrucht und Niederschlagsmengen ab. Niemand glaubt so recht daran, dass die gesamtdeutsche Weizenernte unterhalb von 20 Mio. t fallen könnte, wie die größten Pessimisten glauben. Das Erntegut muss in diesem Jahr nicht getrocknet sondern gekühlt werden. Insofern kann der Handel wieder etwas Boden gut machen. Denn die Erfassungsmengen sind in diesem Jahr doch sehr viel niedriger als in den Vorjahren. In Niedersachsen und in Ostdeutschland werden in der kommenden Woche die ersten Maisfelder geerntet. Betroffen sind Bestände die sehr vertrocknetet sind und keinen Kolben angesetzt haben.

In Thüringen sind die Ernteberichte sehr unterschiedlich. Von der Dürre sind besonders Betriebe in den Kreisen Altenburger Land, Nordhausen, Kyffhäuser, Sömmerda, Weimarer Land und Wartburgkreis betroffen. Bisherige Schätzungen rechnen beim Wintergetreide von Ausfällen in Höhe von 10 bis 25 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnittsertrag. Einschätzungen zu Sommergetreide liegen noch nicht vor. Beim Raps werden derzeit Ertragsverluste von bis zu 50 Prozent erwartet, die regional jedoch stark variieren können. Besondere Sorge bereitet die Futterversorgung der Rinder und Schafe. Sowohl Grünland, als auch Mais leiden stark unter der Trockenheit und lassen erhebliche Ertragseinbußen befürchten.
Brandmeldungen auf Rekord

Heiße Zeiten gibt es dereit auch in der Waldbrand-Überwachungszentrale in Lüneburg: Die Mitarbeiter sind nicht nur seit rekordverdächtigen 83 Tagen im Einsatz. Sie bearbeiten bisher auch 350 Meldungen an die Leitstelle. Das entspricht 4,3 Meldungen pro Tag. 

Seit Bestehen des Überwachungssystems im Jahr 2011 gab es noch nie so viele Brandmeldungen durch das automatisierte Früherkennungssystem. Ab Waldbrandwarnstufe 3 ist die Lüneburger Zentrale mit speziell geschulten Forstwirten besetzt.  

Die Bilanz aus der bisherigen Waldbrandsaison: Es gab bereits 248 Brandmeldungen. Darunter waren zehn Waldbrände, 49 Feldbrände (Getreide, Stoppel, Gras), 15 Landmaschinen, neun Gebäude und 145 Brände beim Militär auf den Truppenübungsplätzen in Bergen, Munster sowie bei Rheinmetall. 

Im Vorjahr war kein Feldbrand gemeldet worden. 2016 gab es acht Brände von Landmaschinen und Feldern.

 



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