Antragsfrist beachten
Nach den Regularien der EU können Agrarunternehmen in Brandenburg einen  Schadensausgleich aufgrund extremer Wetterereignisse erlangen. Anträge können nur Betriebe stellen, die Verluste von mindestens 30 Prozent, bezogen auf den durchschnittlichen wirtschaftlichen Ertrag der vergangenen drei Jahre, nachweisen können. In Brandenburg sollen ab Oktober Anträge gestellt werden.
In den Kreisen erfolgt derzeit die Erfassung der Frostschäden vom April, von denen vor
allem Gartenbaubetriebe betroffen waren, sowie die vorläufige Erfassung der landwirtschaftlichen Schäden, verursacht durch starke Regenfälle im Juli. Ziel ist, bis zum Monatsende einen ersten Überblick über die Höhe der zu erwartenden Anträge zu bekommen, um dann die finanziellen Mittel mit dem Finanzministerium und mit dem Landtag in Potsdam abzustimmen. (da)
Brandenburgs Bauern fahren die dritte enttäuschende Ernte hintereinander ein: Zwar stehen witterungsbedingt noch bis zu 15 Prozent der Kulturen auf dem Halm, aber schon jetzt ist klar, dass auch 2017 leider nicht als bestes Erntejahr in Erinnerung bleiben wird. „Obwohl wir auch Gegenden haben, in denen die Landwirte zufrieden sein können, bleiben wir vor allem beim Getreide teilweise deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, was Erträge und Qualitäten angeht“, sagt Landesbauernpräsident Henrik Wendorff heute bei der Erntekonferenz auf dem Betriebsgeländer der Göritzer Agrar GmbH  in Vetschau, Ortsteil Göritz:Vom Hochwasser betroffenen Landwirten bleibe eigentlich nur, die Ernte auf dem nassen Feld stehen und vergehen zu lassen und sie später zu mulchen – jedes andere Vorgehen wäre unwirtschaftlich und würde am Ende vielleicht schwerwiegende Schäden an Traktoren oder Mähdreschern bedeuten, sagte Wendorff.

Weizen nur noch Futterqualität

Ein großer Teil des Weizen könne nur noch wegen der Feuchtigkeit als Futtergetreide verkauft werden. Finanziell sei das mit Erzeugerpreisen von 150 €/t und Abzügen für Besatz ein deutlicher Einbruch.

Betrachtet man den gesamten Getreide- und Rapsbereich, haben die Brandenburger Bauern aller Voraussicht nach rund 45 Mio € weniger Erlös in ihren Taschen als 2016. „Und das war schon ein schweres Jahr für uns Landwirte“, sagt der Landesbauernpräsident. (da)
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