Überraschend hohe Erträge in Frankreich

In Frankreich wächst die Gewissheit einer hohen Getreide- und Rapsernte. An den Qualitäten gibt es kaum etwas auszusetzen.

Die Schätzung des französischen Statistikamtes Agreste, das bereits zum Monatsanfang überdurchschnittliche Ernteergebnisse vorausgesagt hat, bestätigt sich mit jedem Druschtag. Am Wochenende zeigt eine Bestandsaufnahme verschiedener französischer Agrarinstitute unter Beteiligung von France AgriMer, dass die Rapsernte fast abgeschlossen ist und Wintergerste nur noch im Norden auf dem Halm steht. Weizen und Sommergerste sind im Süden durch. Je weiter nördlich, desto mehr Fläche ist noch zu dreschen. Das Wetter ist jedoch seit dem Wochenende ideal für einen schnellen Erntefortschritt.

Für Weichweizen als wichtigster Getreideart berichten die französischen Institute, dass die Erträge im Durchschnitt mit 7,5 t/ha den mehrjährigen Mittelwert von 7,1 t/ha übersteigen. Es gibt jedoch heterogene Erträge in Regionen, die vom Frost geschädigt waren.

Die Eiweißgehalte des Weichweizens erreichen mehrheitlich 11 bis 11,5 Prozent, aber nur in einigen Fällen auch mal 12 Prozent. Die Hektolitergewichte sind überwiegend mit 76 bis 77 kg im grünen Bereich. Es gibt jedoch Ausreißer nach unten nach anhaltenden Regenfällen. In Nordfrankreich könnten auch die Fallzahlen in einigen Fällen enttäuschen. Generell wird in Frankreich nach heutiger Einschätzung gesundes Erntegut eingebracht.

Wintergerste stellt 2012 mit einem Durchschnittsertrag von 7 t/ha möglicherweise das bisherige Rekordjahr 2004 in den Schatten. Dadurch sind einige Flächenverluste wettgemacht, die der Frost verursacht hatte. An den Sortierungen und Hektolitergewichten gibt es nach Einschätzung der Institute nichts auszusetzen.

Der Sommergerstendrusch läuft noch, vor allem Richtung Norden. Auf einer um 40 Prozent größeren Fläche sind hohe Erträge zu erwarten. Größtenteils bewegen sich die Eiweißgehalte in der für Braugerste idealen Spanne von 9,5 bis 10 Prozent. Die Sortierungen sind oft sehr gut, berichten die Institute.

Recht hohe Erträge hat auch Raps mit mittleren 3,4 t/ha gebracht. Die Erzeugung könnte - wie bereits vom Statistikamt Agreste geschätzt - 5,3 Mio. t erreichen.

Für die gesamte französische Getreideernte 2012 hatte Agreste Anfang August eine Menge von 69,6 Mio. t geschätzt. Die Ernte wäre 9 Prozent größer als im Vorjahr und 6 Prozent größer als im Fünfjahresmittel. Dieser Eindruck hat sich bis zum Wochenende nach den Einschätzungen der Institute betätigt. Allerdings haben sie noch keine Aussagen zu Körnermais getroffen, der letztendlich das Gesamtergebnis bestimmen wird. (db)
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