Weuthen Kartoffeltag

Kartoffelmarkt im Krisenmodus


Die „historisch kleine" Kartoffelernte wird lange zu spüren sein. Zum Weuthen Kartoffeltag am Niederrhein drehten sich am Donnerstag die Gespräche um die extrem enge Rohstoffversorgung.

In Deutschland werden in diesem Jahr nur zwischen 8,25 und 8,75 Mio. t. Kartoffeln geerntet, schätzt Ferdi Buffen, Geschäftsführer der Wilhelm Weuthen Kartoffelhandel GmbH. Das wären etwa 2 Mio. t Kartoffeln weniger als die deutsche Durchschnittsernte und ein historisch niedriges Ergebnis. Aus den Nachbarländern Großbritannien, Niederlande, Belgien oder Frankreich sei kein Ausgleich zu erwarten, im Gegenteil. Auch dort gebe es riesige Lücken, berichtete Buffen weiter.

Krisenmodus in ganz Nordwesteuropa

„In ganz Nordwesteuropa befinden wir uns im Krisenmodus", beschrieb der Marktexperte am Donnerstag auf dem Weuthen-Kartoffeltag in Schwalmtal-Waldniel die aktuelle Lage. Er berichtete, dass in den vergangenen Wochen bereits Regale mit Chips oder Püree sowie Tiefkühltruhen mit Pommes frites leergeräumt gewesen seien. „Es gibt einen Wettbewerb aller Verwertungsrichtungen um den wenigen noch verfügbaren freien Rohstoff", so Buffen weiter.

Begehrte Knollen: Beim Weuthen Kartoffeltag drehte sich alles um die Frage, wie die Angebotsengpässe zu überwinden sind.
Foto: db
Begehrte Knollen: Beim Weuthen Kartoffeltag drehte sich alles um die Frage, wie die Angebotsengpässe zu überwinden sind.

Aktuell werden für Speisekartoffeln zwischen 24 und 28 €/100 kg gezahlt. Dieser Preis wird auch zur Haupternte halten, ist Buffen überzeugt. Um Landwirte zur Einlagerung zu motivieren, hält er für Ware aus Kisten- und Kühllägern Gebote von mehr als 35 €/100 kg für erforderlich.

Hoffnung auf das nächste Frühjahr

Buffen geht davon aus, dass Anfang 2019 der Frühkartoffelanbau kräftig ausgedehnt wird, um Rohstofflücken zu schließen. Neben höheren Importen aus Südeuropa erwartet er mehr frühe Sorten vor allem aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Die Weuthen GmbH sei bereits mit Erzeugern in der Pfalz und Südbaden im Gespräch über Konditionen und Mengen. Absprachen mit Landwirten in Niedersachsen und im Rheinland will Buffen eingehen, sobald Informationen über die verfügbaren Pflanzgutmengen vorliegen.

 

 

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