Report Düngemittel

Wasserabgabe direkt an die Wurzel


Das AgaSaat-Versuchsmaisfeld in Redefin ist durchzogen von einem unterirdischen Schlauchsystem zur Tropfbewässerung der Maissorten.
Foto: AgaSaat
Das AgaSaat-Versuchsmaisfeld in Redefin ist durchzogen von einem unterirdischen Schlauchsystem zur Tropfbewässerung der Maissorten.

Der trockene Sommer 2018 hat viele Betriebe in große Schwierigkeiten gebracht. Der Mais wuchs nur kniehoch. Bewässerungssysteme sorgen für eine gleichmäßige Wasserverteilung.

In Zukunft rechnen Experten mit mehr Wetterextremen, wobei das Wasser wohl zu den limitierenden Faktoren zählen wird. Im Dürresommer 2018 fielen vor allem die nur kniehohen vertrockneten Maisbestände auf, die normalerweise hochgewachsen und im satten Grün stehend bis in den Herbst das Landschaftsbild prägen. In Ostdeutschland litten die Bestände extrem unter der langanhaltenden Trockenperiode. Außer auf dem Maisversuch des Unternehmens Agasaat, der auf einer Fläche der Wawretzko GbR in Redefin steht.

Weit und breit war keine Beregnungsanlage zu sehen, sodass der Mais den Anschein erweckte, unter der Glasglocke zu gedeihen. Die Agasaat GmbH & Co. KG ist eine Maishandelsgesellschaft mit Sitz in Neukirchen-Vluyn in Nordrhein-Westfalen. Sie vertreibt exklusiv gezüchtete Maissorten, Gräsermischungen und Feldsaaten sowie Boden- und Pflanzenhilfsstoffe. Im vergangenen Jahr wurden Bewässerungsversuche mit Mais gestartet. Ein acht Kilometer langes, unterirdisch verlegtes Schlauchsystem sorgte im Maisanbaujahr 2018 auf dem Versuchsfeld in Redefin für rekordverdächtige Maiserträge. Auf diesem Trockenstandort sind Auf diesem Trockenstandort sind mit rund 400 Liter/m2 im Jahr 2018 weniger als die Hälfte der Niederschlagsmenge im Vergleich zu 2017 gefallen. Doch mithilfe der Unterflur-Tropfbewässerung wurde die Bodenfeuchte in Redefin im Optimalbereich von 50 bis 70 Prozent Feldkapazität eingestellt, sodass aber auch kein Luxuskonsum zustande kam. Die Netafim-Tropfschläuche und Tropfrohre Dripnet PC wurden mithilfe der Uwe Körner GmbH in 45 cm Tiefe verlegt und sorgen für eine gleichmäßige Wasserverteilung, auch in hügeligem Gelände. So hatten die Maispflanzen weiterhin den Anreiz zur Tiefenwurzelung und es gab keine Einschränkungen in der Bodenbearbeitung. Das langlebige System von mindestens zehn Jahren wird energieeffizient mit einem niedrigen Betriebsdruck von circa 1,5 bar betrieben. Der Schlauchabstand zueinander beträgt 75 cm und ermöglicht GPS eine Tiefenlockerung zwischen den Schläuchen. Insgesamt verläuft alles unterirdisch, sodass von außen lediglich die Steuerungsstation zu sehen ist. Ein großer Vorteil im Vergleich zur klassischen Beregnung ist die sehr hohe Wassereffizienz. Durch das Umgehen von Evaporation (Verdunstung), Interzeption (Benetzungsverluste), Oberflächenabfluss und die Wasserabgabe direkt im Wurzelraum kommt es zu einer Reduktion des Wasserverbrauchs von rund 60 Prozent. Zudem werden das Verschlämmen und Verkrusten der Bodenoberfläche vermieden. Neben der eindrucksvollen Pflanzenentwicklung profitiert auch das Bodenleben von dieser Maßnahme. Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Pilze und Bakterien können den Boden besser mineralisieren und humifizieren. Die Maispflanze profitiert doppelt. Denn das pflanzeneigene Wurzelsystem kann die von den Bodenorganismen mobilisierten Nährstoffe besser aufnehmen.

In diesem Jahr ist geplant, die Applikation und Messung von Flüssigdüngermitteln zu ergänzen, um auch hierdurch eine weitere Effizienzsteigerung zu erreichen. Die Nährstoffe werden dabei zusammen mit dem Unterflur-Tropfwasser direkt im Wurzelhorizont appliziert. So wird die Effektivität gesteigert, aber auch Nährstoffüberhänge vermieden. Im Frühjahr 2019 sollen in weiteren Regionen Anlagen gebaut werden, um repräsentative Ergebnisse zur Ausschöpfung des genetischen Ertragspotenzials von Agasaat-Maissorten an Trockenstandorten zu analysieren, sowie der Einsatz von Düngemitteln und der Ressourcen Wasser, Nährstoffe, Energie und Arbeitszeit während des gesamten Anbauzyklus von Maispflanzen weiter optimiert werden. In diesem Jahr werden Feldbegehungen in Redefin sowie an neuen Anlagen stattfinden.

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