Report Saatgut

Landwirte weichen auf Sommergetreide aus

-- , Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Der Dauerregen im Herbst 2017 zeigt Folgen: Etwa 130000 bis 150000ha mehr Ackerfläche stehen in diesem Frühjahr für die Aussaat von Sommerungen zur Verfügung. Vor allem in Norddeutschland konnte auf den durchweichten Böden Wintergetreide nicht wie geplant gesät werden, schon gar nicht nach Rüben oder Mais. Sommerweizen, Hafer und Sommergerste sind deswegen für viele Landwirte jetzt eine Alternative.

So wird aus heutiger Sicht die Braugerste wieder den größten Teil der Fläche belegen. Marktbeobachter rechnen mit einem Zuwachs der Anbaufläche für Sommergerste um 20000 bis 30000ha. Das wären 6 bis 9Prozent mehr als zur Ernte 2017 (siehe Übersicht). Sommerweizen könnte sogar fast die doppelte Fläche wie im Vorjahr belegen. Auch für Hafer wird im Markt Wachstum erwartet. Rund 7 bis 16 Prozent mehr als im Vorjahr lautet die Spanne der Erwartungen.

Ein begrenzender Faktor für alle Anbaupläne ist das Saatgut. Die Sorten von Sommerweizen waren bereits ausverkauft, als sich abzeichnete, dass Winterweizen nicht wie geplant auf die Felder kommt. Es gibt allerdings in einigen Regionen erste Rückgaben von Partien. Landwirte fürchten vor allem im Norden, dass sie auch im Frühjahr nicht rechtzeitig auf die nach wie vor sehr nassen Äcker kommen.

Saatgut für Hafer und Sommergerste sind ebenfalls nur schwierig zu beschaffen. Generell ist mit höheren Preisen für zertifiziertes Saatgut zu rechnen. Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht nur in Norddeutschland, sondern in vielen Regionen Skandinaviens, im Baltikum und im Norden Polens im Herbst viel zu nass war. Auch dort ist die Nachfrage nach Saatgut für Sommergetreide groß. So ist aus diesen Ländern, die in anderen Jahren überregional bis nach Deutschland Saatgut anbieten, in diesem Frühjahr kaum zusätzliche Ware zu bekommen.



Schließlich hat die zum Teil verregnete Ernte in Deutschland und anderen nordeuropäischen Regionen die Qualitäten des Saatgutes vermindert. So gibt es sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland bereits Anträge seitens der Züchter, die garantierte Mindestkeimfähigkeit für Sommergetreide auf 80 Prozent reduzieren zu können. Diese Anträge müssen Stationen bis zu einem Entscheid des Europäischen Sortenamts durchlaufen. Eine positive Entscheidung könnte zusätzliches Saatgut generieren.

Was schlussendlich im Frühjahr ausgesät wird, entscheidet die Witterung. Wenn die Bedingungen für eine frühe Aussaat von Sommergetreide ungünstig sind, könnte später der Mais profitieren. Weitere Alternativen sind die Leguminosen. 

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