Report Saatgut Raps

Raps bleibt die wichtigste Blattfrucht


Foto: da

Die Rapserträge sinken seit Jahren. Landwirte überlegen, ob sie die Kultur in der Fruchtfolge ersetzen sollen. Doch die Alternativen sind rar. Und es gibt gute Gründe, dem Raps treu zu bleiben.

Landwirte haben in den vergangenen Jahren in Deutschland den Rapsanbau eingeschränkt. Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt ist die Fläche zur Ernte 2018 um etwa 8 Prozent geringer. Zur Ernte 2019 gibt es Überlegungen, den Anteil in der Fruchtfolge weiter abzusenken, war in der vorigen Woche auf den DLG-Feldtagen von Landwirten zu hören.

„Wir hatten einfach keine Rapsjahre“, gestehen auch Anbieter von Rapssaatgut zu. Denn zu den ständig sinkenden Erträgen (siehe Grafik) kamen anhaltend niedrige Auszahlungspreise. Seit vier Jahren liegen die Matif-Notierungen fast durchgehend weit unter der psychologisch wichtigen Marke von 400 €/t. Seit Monaten dümpeln die Kurse – trotz der niedrigen Ernteerwartung in Europa – auf dem Niveau von 350 €/t.

Doch die Rapszüchter haben auf den DLG-Feldtagen alle Argumente aufgefahren, die für die Kultur sprechen. An erster Stelle steht der hohe Fruchtfolgewert. Raps bleibt die wichtigste Blattfrucht in vielen Fruchtfolgen. Alternativen sind rar. Der Anbau von Zuckerrüben und Mais stößt gleichermaßen an Grenzen, weil Überschüsse sowohl den Zuckermarkt als auch den Substratbesatz im Biogassektor plagen. Außerdem ist Raps als Vorfrucht überlegen. Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern hat für Weizen die direktkostenfreie Leistung verschiedener Vorfrüchte kalkuliert. Raps brachte im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2016 dem Folgeweizen 226 €/ha. Zuckerrüben mit 155 €/ha und Silomais mit 139 €/ha wiesen einen geringeren Vorfruchtwert auf.

In der Diskussion sind auch Sommerkulturen. Körnererbsen und Ackerbohnen bergen aber nach wie vor ein hohes Anbaurisiko. Außerdem ist die Vermarktung kein Selbstläufer. Fehlende lukrative Absatzmöglichkeiten begrenzen ebenfalls den Haferanbau als Alternative.

Auch im Pflanzenschutz punktet Raps. So erlaubt die früh räumende Kultur bis zur Aussaat der Folgefrucht Maßnahmen der Ackerhygiene. Außerdem bietet Raps als Fruchtfolgeglied die Möglichkeit, Getreide-Problemunkräuter wie Ackerfuchsschwanz, Trespe und Windhalm zu bekämpfen und trägt somit zum Resistenzmanagement bei.

„226 €/ha kommen dem Weizen zugute. “

Schließlich kann Raps helfen, Restriktionen der Dünge-Verordnung einzuhalten. Da die Ölpflanze auf eine verringerte Stickstoffdüngung mit weniger Ertragseinbußen reagiert als Winterweizen, lassen sich mit Raps in der Fruchtfolge die N-Salden besser beherrschen, argumentiert Rainer Kahl vom Rapool-Ring.

Regional oder in Einzelbetrieben stößt Raps jedoch an die Grenzen der Fruchtfolge. Dort, wo die Anbaupausen nur drei oder gelegentlich sogar nur zwei Jahre betragen, werden Landwirte voraussichtlich den Rapsanbau verringern. Gerade Krankheiten wie Sklerotinia oder Kohlhernie nehmen in engen Rapsfruchtfolgen zu. Die Rapszüchter stecken zwar große Energie in die Resistenzzüchtung, appellieren aber an die Landwirte, in den intensiven Anbauregionen Raps in der Fruchtfolge weiter zu stellen. Im Blick auf die Ernte 2019 rechnen die Rapssaatgutanbieter aber nicht damit, dass der Anbau einbrechen wird. Sie halten eher eine Verringerung von den derzeitigen 1,3 Mio. ha auf künftig 1,1 bis 1,2 Mio. ha für denkbar.

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