Düngung

Schneller Datentransfer

Der N-Tester misst den Stickstoffgehalt in der Pflanze.
Yara
Der N-Tester misst den Stickstoffgehalt in der Pflanze.

Landwirte sollen die Düngeplanung so einfach wie möglich erstellen. Hersteller bieten verschiedene Planungstools an. Yara kooperiert dazu mit 365 FarmNet.

Ziel der Programme ist es, die Stickstoffdüngung weiter zu optimieren und die Dokumentation, wie sie die Düngeverordnung vorschreibt, so einfach wie möglich zu bewerkstelligen. So will der Düngeranbieter Yara in seinem neuen Serviceportal MyYara im Internet die bestehenden Tools wie N-Tester, Image IT und N-Sensor mit der Düngeplanungs-Software Yara Plan vernetzen. Herzstück von MyYara ist das Düngeplanungstool Yara Plan. Software-Entwickler haben das Programm an die neue Düngeverordnung angepasst. Berechnet wird der maximale Stickstoff(N)-Bedarf nach der Düngeverordnung (DüV). Zudem bietet My Yara eine Düngebedarfsrechnung für Phosphor, Kalium, Magnesium und Kalk nach den Vorgaben der regionalen Offizialberatungen.

Am Ende der Berechnung gibt es eine N-Düngeempfehlung von ein bis fünf Gaben je nach Kultur. Die Grunddüngung wird für eine dreijährige Fruchtfolge optimiert. Die aktuelle Version von YaraPlan ist im Internet abrufbar und enthält alle regionalen Anforderungen der Länderdurchführungsverordnungen. Landwirte können sich unter www.myyara.de registrieren und Yara Plan kostenlos nutzen.

Mit einem Bilanzierungsmodul für Stickstoff und Phosphat können Landwirte sowohl ihre Stoffstrombilanz als auch die Feld-Stall-Bilanz erstellen. Dabei sind die Ernteerträge und Mineraldüngerapplikationen aus der Düngeplanung zu übernehmen. Nach Ergänzung der Daten aus der Tierproduktion bekommen die Nutzer einen Überblick, ob sie mit ihrer Düngeplanung die Stickstoff- und Phosphatsalden in der Betriebsbilanz einhalten. Zurzeit rechnet das Programm mit einem bundeseinheitlichen Datensatz; länderspezifische Daten werden bis zur 2. Hälfte 2018 eingebaut. Dann sind die Nährstoffbilanzen nach DüV anerkannt. Für das Frühjahr kündigt Yara weitere Module zur Düngebedarfsermittlung an.

Foto: Yara

Schnittstellen erfassen Daten

Seit 20 Jahren nutzen Landwirte das Programm Yara Plan auf dem Desktop. Sie können ihre Betriebsdaten mit allen Schlägen, Bodenanalysen sowie den 2017 angebauten Kulturen aus dem Yara Plan 9.1 übernehmen und in das neue Portal übertragen. Ansicht und Benutzerführung des Programms haben sich verändert. Alle Schläge des Betriebes können mit ihren Feldgrenzen eingepflegt werden, was eine Anbindung an Precision Farming Tools ermöglicht. Der Nutzer erhält eine Übersicht über die Kulturen sowie das Angebot von Wirtschafts- und Mineraldüngern. Landwirte können von verschiedenen Computern auf das Programm zurückgreifen und sich in Zukunft mit ihren Beratern über die Werte austauschen.

Für die Planung und Bilanzierung wird eine Menge Daten benötigt. Yara Plan bietet verschiedene Schnittstellen an, um die Dateneingabe zu erleichtern. In Kürze soll es eine Schnittstelle zur Ackerschlagkartei AgrocomNet geben. Ferner kooperiert Yara mit 365 FarmNet. „Wir übernehmen auch die Invekos-Daten, diese können aus 365 FarmNet in den Yara-Plan übertragen werden. Felder müssen nicht mehr extra angelegt werden. Zurzeit arbeiten diese Schnittstellen nur in eine Richtung.“ Yara-Beraterin Birgit Weyand kündigt einen Ausbau der Schnittstellen an, sodass eine Kommunikation zurück möglich sein wird und „wir die Düngeapplikationen in die Ackerschlagkartei übernehmen können“. So könnten Aufträge und Düngerkäufe einfach in der Ackerschlagkartei erstellt werden. „Diese beiden Kooperationen sind nur der Anfang. Wir wollen keine Insellösung anbieten, denn Landwirte wollen nicht in drei verschiedenen Programmen ihre Felddaten eingeben“, sagt Weyand. Landwirte und Berater können das Düngeplanungsprogramm Yara Plan auf der Internetplattform www.myyara.de kostenlos nutzen.

Seit 2015 arbeiten Yara-Berater mit Testfarmen, die alle Tools nutzen und mit Daten von Drohnen, Wetter und Bodenanalyse verknüpfen. Durch die Vernetzung hat Yara den Betrieben maßgeschneiderte Düngeempfehlungen geliefert. Die Erfahrungen aus den Testfarmen sollen nun in diverse digitale Tools eingebunden werden. Entstanden ist als Erstes die App Protein Pass für Qualitätsweizen mit dem Ziel, hohe Proteinwerte zu erzielen. 2017 gab es ein Pilotprojekt mit der HaGe Kiel.

Foto: Yara

Weitere digitale Tools geplant

Im März 2018 wird Yara eine erste Version der Anwendung N Analytics herausbringen: Anhand von Satellitenbildern erhalten Landwirte eine Biomasse-Echtzeitansicht ihrer Felder. Historische Satellitenkarten können ebenfalls eingesehen werden, um das Pflanzenwachstum im Zeitverlauf nachzuvollziehen. Durch die Angabe der durchschnittlichen N-Menge des Feldes kann der Landwirt eine Applikationskarte erstellen und diese als ISO-XML-Datei herunterladen.

In der nächsten Version erhalten die Nutzer die automatisch generierte N-Applikationskarte, basierend auf Expertenanalysen der Satellitendaten. Ebenfalls im Frühjahr wird die neue N-Analyse-App erscheinen. Langfristig sollen in dieser App die verschiedenen Yara-Apps zur N-Empfehlung zusammengeführt und vernetzt werden. Die erste Version bietet eine N-Empfehlung für Getreide, basierend auf der N-Tester-Messung und der N-Bedarfsberechnung nach Düngeverordnung.

In der Diskussion über die Weiterentwicklung von Dünge-Tools äußerte ein Betriebsleiter in Oberpöllnitz die Befürchtung, dass der N-Sensor in die Jahre gekommen sei. Die Weiterentwicklung der Yara-Tools ist kein Ersatz für den N-Sensor, stellt Yara-Düngeberaterin Stefanie Schmidt klar. „Der N-Sensor ist und bleibt eines der präzisesten Verfahren der teilflächenspezifischen N-Düngung und wird selbstverständlich von Yara weiterentwickelt. Satellitenkarten können aber gerade für kleinere Betriebe einen Einstieg in die teilflächenspezifische Düngung bieten“, erklärt Schmidt. Ob Yara N Analytics kostenlos erhältlich ist, stehe noch nicht fest. Die Yara N-Analyse-App wird hingegen kostenlos angeboten. Mit ihr reagiert Yara auf die neue Gesetzgebung und bietet dem Landwirt neben der Ermittlung des Pflanzenbedarfs einen schnellen Überblick, wie viel Stickstoff nach der neuen Düngeverordnung noch gedüngt werden darf.

stats