Agrarminister Dr. Till Backhaus

Norddeutsches Urgestein


Agrarminister Dr. Till Backhaus hält das Steuer in Schwerin fest in der Hand.
Bild: Ministerium
Agrarminister Dr. Till Backhaus hält das Steuer in Schwerin fest in der Hand.

Kein deutscher Minister kann Till Backhaus momentan das Wasser reichen. Seit nunmehr 20 Jahren – genau seit dem 3. November 1998 – leitet der SPD-Politiker das Ressort Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Backhaus stammt aus Neuhaus/Elbe, ist verheiratet und Vater zweier Töchter sowie eines Sohnes. Er mag den Pferdesport, kann sich für alte Technik von Mopeds bis hin zu Traktoren begeistern und erholt sich am liebsten in der Natur. Backhaus erlernte den Beruf des Agrotechnikers/Mechanisators in der ehemaligen DDR. „Heute ist das jemand, der mit der gesamten Landtechnik umgehen kann. Meine Spezialrichtung war Pflanzenbau. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass die Landwirtschaft ein gutes Arbeitsfeld für mich ist“, blickt er zurück. Backhaus war in der LPG (P) Neuhaus tätig, später dann als Abteilungsleiter in Lübtheen.

Im Jahr 1998 ist er als Minister für Landwirtschaft, Ernährung, Forsten und Fischerei von Mecklenburg-Vorpommern vereidigt worden. „Als ich dieses Regierungsamt übernahm, war es mir wichtig, eine Vision zu entwickeln: Wie sieht die Agrarwirtschaft mit ihren unterschiedlichen Facetten im Jahr 2010 aus?“, fragte er sich damals. Längst ist das seinerzeit angepeilte „Zukunftsjahr“ vorbei und acht Jahre danach kann sich seine Bilanz sehen lassen: ob die Entwicklung der Dörfer, der Bau ländlicher Wege, Flurerneuerung oder die Entwicklung zukunftsfähiger Agrarstrukturen. Auch die Entwicklung der Öko-Landwirtschaft in diesem Bundesland gehört dazu.
„Amtsmüde war ich nie.“

Aber auch nichts Tierisches ist dem gebürtigen Westmecklenburger fremd: Schweinepest, Rinderwahn und Vogelgrippe. Immer wieder war der Langzeit-Minister als Krisenmanager unterwegs. Wolf und Kormoran bescherten ihm dabei einigen Ärger. Dass es dem Biber so gut gefällt im „hohen Norden“ und er dabei ganze Wälder zernagt, ging selbst dem Naturfreund Backhaus irgendwann zu weit. Dem NDR-Nordmagazin gab er das fast legendäre Statement: „Wenn der Biber sich nicht an Regeln hält, dann muss er irgendwann auch mal zur Verantwortung gezogen werden.“ Offen bleibt bis heute, was genau er damit meinte.

Backhaus gilt als „Arbeitstier“ – auch bis weit in die späten Abendstunden hinein. Dieses „Laster“ bescherte ihm dann auch eine besondere Begegnung während des diesjährigen Hitzesommers im Nordosten. Nach einem letzten Termin gegen halb acht war Backhaus auf dem Heimweg. Vom Beifahrersitz seines Dienstwagens aus erblickte er am Horizont plötzlich dicken Qualm. Natürlich wurde dem Minister sofort klar, dass dort ein Feld brennt. Backhaus, ein Ortskenner, navigierte seinen Fahrer kurzentschlossen in Richtung Zittower See. In der Nähe von Cambs wurden sie „fündig“ und sahen das Flammenmeer auf dem Gerstenacker. Backhaus wählte den Notruf – und erlebte den Einsatz der Feuerwehrleute hautnah.

Ans Aufhören denkt er nicht: „Amtsmüde war ich nie“, gesteht er ein. Er sei immer noch begeistert von seinem Ministerium in Schwerin mit den knapp 2.000 Mitarbeitern. „Das ist ein Querschnittsministerium, hier stoßen Fronten aufeinander“, formuliert er seine Herausforderung. Vor allem, seit im Jahr 2006 das Umweltressort hinzukam.  „Also gibt es für mich noch reichlich zu tun“, blickt Backhaus nach vorn.

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