Karl Eigen
-- , Foto: Ralph Judisch
Karl Eigen

Eigen war zehn Jahre lang Präsident und seit 1994 Ehrenpräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein. Der 88-jährige Landwirt aus Kleinparin bei Lübeck wurde 1984 Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein in Rendsburg.
 
Er war bis 1990 CDU-Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Er gehörte dem Ernährungsausschuss an, zuletzt als Vorsitzender. Eigen sah seine Mitgliedschaft im Bundestag als „beste Voraussetzung dafür, auf das agrar- und wirtschaftspolitische Geschehen möglichst großen Einfluss auszuüben“. Daneben bekleidete Eigen weitere Ämter bis hin zur damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) in Brüssel. 
 
Eigen war ein landwirtschaftlicher Visionär im besten Sinn, heißt es im Nachruf. Früh war er von der Bedeutung nachwachsender Rohstoffe und Erneuerbarer Energien überzeugt. So wurde er Initiator und von 1993 bis 1995 erster Vorsitzender der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe und der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen. Noch 2009 gründete und finanzierte er gemeinsam mit Dietrich Brauer die „Karl Eigen und Dr. h. c. Dietrich Brauer Stiftung“, die sich der Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Öl- und Eiweißpflanzen widmet. 
 
Große Verdienste erwarb sich Karl Eigen nach der deutschen Wiedereinigung, die für ihn die Erfüllung eines Lebenstraums bedeutete. Wenige Wochen nach dem Ende der deutschen Teilung bot Karl Eigen die Hilfe seines Bauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern an und half auch persönlich beim Aufbau der dortigen Berufsorganisation, als deren Pate er gilt. Später wurde Karl Eigen zum Ehrenpräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern ernannt - eine Auszeichnung, die ihm persönlich sehr wertvoll war.  
 
Eigen war Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. (az)
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