Ellen Kullman im Frühjahr bei der Hauptversammlung
-- , Foto: DuPont
Ellen Kullman im Frühjahr bei der Hauptversammlung

Ellen Kullman, Konzernchefin von DuPont de Nemours, hat zu Wochenbeginn ihren Rücktritt erklärt. Ab dem 16. Oktober wird Edward Breen, Mitglied des DuPont Verwaltungsrats, vorübergehend als CEO das Unternehmen leiten, bis ein Nachfolger für Kullman gefunden ist.

Die 59-jährige, die seit 27 Jahren zum US-Konzern gehört und ihn seit 2009 führt, steht in der Forbes-Liste 2015 der 100 einflussreichsten Frauen weltweit auf Rang 26. Sie war nach Medienberichten von der Investmentfirma Trian Fund Management, einem DuPont-Großaktionär, unter Druck gesetzt worden. Der Fonds forderte kräftige Kostensenkungen und eine Aufspaltung des diversifizierten Chemiekonzerns.

Agrargeschäft schwächelt

Nylons bis Saatgut
Große Bedeutung bei DuPont hat das Agrargeschäft, das 2014 mit einem Umsatz von 11,3 Mrd. US-$ rund ein Drittel zum gesamten DuPont-Umsatz beigetragen hat. Der Löwenanteil stammt von der Saatgutmarke Pioneer, die seit 1999 zu DuPont gehört. Der 1802 gegründete Konzern DuPont, von dem so bedeutsame Erfindungen wie die Teflonpfanne oder Nylonstrümpfe zählen, verdient heute sein Geld außer im Agrargeschäft vor allem mit Spezialchemie und Fasern. (db)
Mit der Bekanntgabe des Weggangs von Kullman hat das Unternehmen die Gewinnprognose für 2015 weiter abgesenkt. Als Gründe werden der anhaltend starke Kurs des US-Dollars sowie der schwache Agrarmarkt in Brasilien angeführt.

Die Umsätze mit Maissaatgut und Insektiziden sollen dort im laufenden Saisongeschäft deutlich gesunken sein. Diese Entwicklung hatte sich bereits im Sommer abgezeichnet. Langfristig äußert sich der DuPont-Finanzvorstand Nick Fanandakis jedoch zuversichtlich zu den Wachstumsmöglichkeiten im Agrargeschäft. Mit neuen Produkten betrachtet er Dupont als gut aufgestellt im globalen Markt.

Kostensenkungen in zwei Schritten

Das Unternehmen kündigt angesichts der ungünstigen Konjunktur Kostensenkungen in Höhe von 1,3 Mrd. US-$ bis Ende 2016 an. Weitere Einsparungen von 1,6 Mrd. US-$ sollen bis Ende 2017 hinzukommen. (sp/db)
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