Man habe sich darauf geeinigt, „die Zusammenarbeit mit Wirkung zum 31. Juli 2015 zu beenden“, gab der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) bekannt. Die Trennung erfolge im „beidseitigem Einvernehmen“. Offiziell lief der Vertrag von Götzl noch bis 2019.

Stephan Götzl geht.
-- , Foto: GVB
Stephan Götzl geht.
Gegen Götzl ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Ende Mai gaben Verband und Götzl bekannt, dass er alle Ämter ruhen lässt. Der Vorsitzende des Verbandsrates erklärte damals bereits, dass man die Ermittlungen voll umfänglich unterstützen werde. Der Verband hat eine unabhängige Anwaltskanzlei mit der Aufarbeitung der Sachverhalte beauftragt.

Offiziell äußert sich der Verband nicht weiter zu den Vorwürfen, hinter vorgehaltener Hand wird jedoch kolportiert, man habe seit längerem vermutet, dass Götzl zum Beispiel die Kosten für private Reisen und persönliche Feiern dem Verband "aufs Auge gedrückt habe". Über die Höhe der Summen und die Zeiträume, um die es gehen soll, wurde noch nichts bekannt.

Götzl war seit dem 1. Januar 2005 Vorstandsvorsitzender und Verbandspräsident des GVB. Das langjährige CSU-Mitglied war zuvor unter anderem von 1991 bis 1992 in der Landesregierung von Rheinland-Pfalz als Staatssekretär für Umwelt und Gesundheit tätig.

Der GVB vereint unter seinem Dach 1.294 genossenschaftliche Unternehmen. Dazu zählen 281 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.013 ländliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt 53.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen Genossenschaften eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (az/HH)
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