Kurswechsel

Kohle-Befürworter leitet US-Umweltbehörde

Scott Pruitt
-- , Foto: Oklahoma State
Scott Pruitt

Ein Anhänger von fossilen Energiequellen soll Chef der obersten US-Umweltbehörde werden. Der künftige US-Präsident hatte bereits im Wahlkampf einen Kurswechsel angekündigt.

Die US-Umweltbehörde (EPA) steht vor einer Neuausrichtung. Der künftige US-Präsident Donald Trump hat nach Medienberichten Scott Pruitt nominiert. Der 48-Jährige ist zurzeit Chefankläger des Bundesstaates Oklahoma. Dort hat er laut Tagesschau.de seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011 mit zahlreichen Klagen Auflagen der EPA angefochten.

Pruitt gilt außerdem als enger Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie. Zudem zweifelte er immer wieder den Klimawandel an – wie auch Donald Trump als Präsidentschaftskandidat im Wahlkampf.

Luft, Wasser und Artenschutz
Die EPA hat weitreichende Befugnisse in der US-Umweltpolitik. Für die Landwirtschaft bedeutend sind die Gesetze zur Reinhaltung von Luft und Wasser sowie zum Klima- und Artenschutz. Außerdem legt die Behörde die Beimischungsziele im Renewable Fuels Standard (RFS) fest.  (db)
Regelrecht vernichtend fiel im zurückliegenden US-Wahlkampf die Kritik von Trump an der US-Umweltpolitik aus, unter der seiner Ansicht nach besonders die Farmer zu leiden hätten. Trump versprach, im Falle seines Wahlsiegs die Macht der EPA zu beschneiden und außerdem alle von der Obama-Administration beschlossenen Aktionspläne für mehr Klima- und Gewässerschutz zu beenden. Schließlich kündigte Trump noch im Oktober den sofortigen Ausstieg der USA aus internationalen Klimaabkommen an. Allerdings hat sich sein Tonfall seit seiner Wahl etwas gemäßigt.

Bezüglich der Beimischung von Ethanol ist allerdings keine Kehrtwende der neuen US-Administration zu erwarten. Denn Trump hatte sich im Wahlkampf sehr positiv über die Ethanolerzeugung als Beitrag zur Wirtschaftskraft des US-Agrarsektors geäußert.(db)
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