Al Quabaisi war bis April Chef des Abu-Dhabi-Staatsfonds International Petroleum Investment Company (IPIC), dem Haupteigentümer von Borealis. Er war nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Laut der österreichischen Tageszeitung "Kurier" soll Al Quabaisi unter anderem in Malaysia "Kick-backs" in Zusammenhang mit einem Entwicklungsfonds erhalten haben. Al Mazrouei hat neben seinem Amt bei Borealis auch den Chefposten bei dem milliardenschweren Staatsfonds übernommen, er ist zudem Minister für Energie in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hat noch weitere Vorstandsposten bei anderen Unternehmen inne.

Suhail Al Mazrouei, IPIC Managing Director und Borealis Aufsichtsratsvorsitzender
-- , Foto: Borealis
Suhail Al Mazrouei, IPIC Managing Director und Borealis Aufsichtsratsvorsitzender
„Borealis hat sich als sehr gutes Investment für die IPIC erwiesen“, sagte Al Mazrouei. Die Wachstumspläne von Borealis stünden im Einklang mit der Strategie des Staatsfonds mit Sitz in Abu Dhabi. Man investiere „weltweit in Energiewirtschaft und verwandte Sektoren.“ Er wolle neue strategische Chancen nutzen. Das könnte ein Hinweis auf einen möglichen Börsengang von Borealis sein.

Borealis stellt Polyolefine, Basischemikalien und Düngemittel her. IPIC hält 64 Prozent an dem Unternehmen, der österreichische Energiekonzern OMV 36 Prozent. IPIC ist mit knapp 25 Prozent (Stand 2014) auch an OMV beteiligt. Borealis hat seine Konzernzentrale in Wien, Österreich. Gemeinsam mit Borouge, einem Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), liefert Borealis Produkte und Dienstleistungen für Kunden auf der ganzen Welt. (mas)
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