Strategiedebatte

Syngenta-Chef geht


Mike Mack macht Platz für einen Nachfolger
-- , Foto: Syngenta
Mike Mack macht Platz für einen Nachfolger

Ende Oktober wird Mike Mack die Syngenta AG, Basel, verlassen. Nach der Bekanntgabe dieser Personalie heute Morgen stieg der Aktienkurs des Unternehmens um etwa 6 Prozent an. Börsenbeobachter kommentieren jedoch bereits, dass mit dem Weggang von Mack die Probleme nicht gelöst seien.

Der Syngenta-Vorstand musste erst vor einer Woche einen schwachen Quartalsabschluss begründen. Und nicht nur das: Auch der Ausblick für das Gesamtjahr 2015 ist getrübt: Nur dank einer einmaligen Vorauszahlung von 200 Mio. US-$ für eine Lizenzzusammenarbeit ist der voraussichtliche Gewinnrückgang 2015 auf „ein Minus im mittleren einstelligen Bereich“ begrenzt.

Alle Konzerne spüren Gegenwind

Schwierige Bedingungen im Agrargeschäft verbuchen jedoch zurzeit alle Pflanzenschutz- und Saatgutkonzerne – und hier vor allem diejenigen, die in US-Dollar bilanzieren. Monsanto hat vor zwei Wochen den Abbau von mehr als zehn Prozent der globalen Arbeitsplätze angekündigt. Beim US-Konzern DuPont, der etwa ein Drittel seines Umsatzes im Agrarsektor vor allem mit der Saatgutmarke Pioneer erzielt, musste vor zwei Wochen die Chefin gehen. DuPont wird ebenso wie die deutschen Konzerne Bayer Crop Science und BASF in der kommenden Woche detaillierte Quartalszahlen vorlegen.

Personaldiskussion eröffnet

In Basel übernimmt vorübergehend der Finanzvorstand John Ramsay die Funktion als Chief Executive Officer (CEO) und als Executive Direktor des Konzerns. Michel Demaré, Vorsitzender des Verwaltungsrates von Syngenta, dankte Mack für seinen „signifikanten“ Beitrag für das Unternehmen. Mack war fast 14 Jahre für Syngenta tätig, davon sieben Jahre an der Spitze. Er sagte in dem heute verbreiteten offiziellen Statement, dass er es jetzt für einen „passenden Zeitpunkt“ halte, das Unternehmen unter eine neue Führung zu stellen. Mack war in den vergangenen Monaten wiederholt von Aktionären kritisiert worden, weil er einem Zusammengehen mit Monsanto widerstanden hatte. Gegen den Zusammenschluss hat allerdings auch der Verwaltungsratschef Demaré votiert. Dennoch könnte nach dem Wechsel an der Syngenta-Spitze die Übernahmediskussion wieder belebt werden. (db)
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