AgroBrain

Captain Future

Stefan Krämer
Bild: privat
Stefan Krämer

AgroBrain-Gründer Stefan Krämer hat Freude an der Bewegung – vor allem im Job. Ein näherer Blick auf den Menschen, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenführt.

Stillstand ist seine Sache nicht: Der Recruiting- und Vertriebsexperte Stefan Krämer redet schnell – und denkt noch schneller. Wenn er mit dem lieblichen Klang der Eifel in der Stimme von seiner Arbeit als Gründer und Geschäftsführer von AgroBrain erzählt, dann blitzen seine wasserblauen Augen und sein ganzer Körper durchlebt das Erzählte in wilden Gesten. Dieser Mann hat vor allem eins: Energie.

Diese Energie investiert der heute 44-Jährige besonders gern in die Gestaltung der Zukunft. Zunächst in seine eigene, indem er als Kind vom Bauernhof eine landwirtschaftliche Ausbildung absolvierte, um dann nach einem Fachabitur über ein Praktikum bei der Raiffeisen in der Westeifel in den Agrarhandel zu rutschen.

Zehn Jahre hat er bei der Raiffeisen als Verkäufer für Futtermitttel gearbeitet – und dabei viel gelernt. Über die Mechanismen der Branche, über die Typen und das ganz große Geschäft, über Public Relations und Personalanalysen. Berufsbegleitend hat er ein BWL-Studium absolviert und schätzte an der Arbeit bei der Raiffeisen den aktiven Kontakt mit den Endkunden und die Entwicklung von Verkaufsstrategien. Schon damals stand Krämer voll unter Strom. Urlaub macht er schon gern, aber bitte nicht mit mehr als drei Tagen absoluter Inaktivität; gelesen wird meist nur Fachliteratur. Abschalten? Schwierig.

So viel Energie braucht trotzdem einen Ausgleich, damit es nicht zur Kernschmelze kommt. Seine Strategie zum Runterkommen ist die Arbeit auf dem elterlichen Hof in Brandschied, auf dem sein 81-jähriger Vater noch kräftig mit anpackt. 50 Hektar Land und 80 Tiere gibt es hier, Veredelung und Milchvieh sind das Kerngeschäft. „Die Klassiker der Eifel“, wie er es nennt. Quality Time ist für ihn Zeit mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, aber wirklich durchlüften kann er den Kopf vor allem beim Säen und Pflügen. Dabei, so sagt er, kann er über all das nachdenken, was man noch alles so anstellen kann in der Branche.

Und ihm gehen die Ideen nicht aus. Zwei eigene Unternehmen hat er bereits aus der Taufe gehoben und zum Erfolg geführt: Mit der K-Consulting hat er seit dem Jahr 2010 Vertriebsstrategien entwickelt. Er rühmt sich damit, dass seine auf die Kunden individuell zugeschnittenen Systeme zum Kundenbeziehungsmanagement branchenweit eine Richtschnur seien. Betriebsgeheimnis all seiner Unternehmungen sei, dass der Mensch und der direkte Austausch mit dem Kunden immer im Zentrum der Systeme stehen.

Wie wichtig der Faktor Mensch für Krämer ist, zeigt sich auch in seiner darauffolgenden Unternehmung: Nur drei Jahre später eröffnete er einen weiteren Firmensitz in Luxemburg und gründete die zweite Firma, AgroBrain, die sich auf Recruiting in der Agrarbranche spezialisiert hat. Die digitale Stellenbörse ist eine Schnittstelle für Absolventen und Unternehmen, aber auch ein Treffpunkt für die Besetzung von Management-Positionen, bei denen mehr Erfahrung benötigt wird.

Für Krämer bedeutet Erfolg, dass er etwas für die am Prozess beteiligten Menschen erreichen konnte. Das betrifft den Verkauf von Waren sowie die Vermittlung von Karrieren. „Die Zukunft begleiten“ nennt er das. Und: „Die Angst vor der Zukunft nehmen.“ Wichtig bei einer erfolgreichen Vermittlung sei, die Ängste der Kandidaten zu erkennen und ernst zu nehmen. Dazu gehört vor allem Empathie, und die habe er in reichlichem Maße von seiner 75-jährigen Mutter geerbt, die bis heute die wesentlichen Fäden auf dem elterlichen Hof in der Hand hält.

Bei so feinsinnigen emotionalen Antennen ist es wenig verwunderlich, dass für den Recruiting-Spezialisten das Tollste an seinem Job das glückliche Gesicht eines erfolgreich gecoachten Kandidaten ist. Wenn er das Leben eines Bewerbers oder eines Kunden verbessern, ein Personalproblem lösen und dafür die wohlverdiente Anerkennung ernten kann, dann ist ein Arbeitstag für Krämer gut gelaufen.

Und so ist es ebenfalls wenig verwunderlich, dass sich Krämer auch in seiner Freizeit gerne am Applaus labt: als Trompeter eines Musikvereins. Gegeben wird da alles Mögliche, von Popmusik bis zum Marsch, auf selbst organisierten Partys oder bestuhlten Konzerten.

Am liebsten hat Krämer aber die Oktoberfeste, bei denen er zum Tanz aufspielen kann. Denn da sind die Leute ganz besonders ausgelassen und feiern die Musik bis zum frühen Morgen. Das ist dann für ihn so toll wie ein erfolgreicher Tag im Büro, nur mit mehr emotionaler Energie.

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