Anton-Schlüter-Medaille

Auszeichnung für Agrartechnik

Dr. Barbara Sturm (Mitte) erhält die Anton-Schlüter-Medaille
Foto: KTBL
Dr. Barbara Sturm (Mitte) erhält die Anton-Schlüter-Medaille

Dr. Barbara Sturm hat für Ihre Habilitationsschrift die Anton-Schlüter-Medaille erhalten. KTBL-Präsident Prof. Dr. Eberhard Hartung würdigte mit dieser Medaille hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Agrartechnik. 



Die heutige Lebensmittelverarbeitung zeichnet sich durch unnötig hohe Energieverbräuche, Ressourceneinsätze und Qualitätseinbußen der Verarbeitungsprodukte aus, schreibt das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL). Besonders kleine Verarbeiter, welche die Mehrzahl der Produzenten darstellen, seien hiervon betroffen. Ihnen fehle es oft einerseits an Investitionskraft zur Anschaffung neuer und verbesserter Technologien und andererseits an Expertise zur Systembewertung und Optimierung. Umgekehrt herrschte in großen Unternehmen, in denen die Expertise vorhanden sei, oft ein Mangel an Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Abteilungen, was ebenfalls dazu führe, dass Möglichkeiten zur Systemoptimierung nicht erkannt und/oder umgesetzt würden.

Folglich bestehe ein großer Bedarf an einem Systemansatz, welcher leicht zugänglich ist und sowohl zur Systembewertung als auch zur Optimierung herangezogen werden könne. Vor diesem Hintergrund war die Aufgabe von Dr. Barbara Sturm in ihrer Habilitationsschrift, einen Systemansatz zu entwickeln, welcher das Produkt und seine Zieleigenschaften als Ausgangspunkt hat und gleichzeitig Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Produktionseffizienz und Nachhaltigkeit gerecht wird. Dazu war es nötig, einen tieferen Einblick in die gegenseitigen Abhängigkeiten bei der Verarbeitung von Agrarprodukten zu erlangen, vornehmlich am Beispiel von Trocknungsprozessen.

Der entwickelte Systemansatz wird gegenwärtig auf andere Sektoren der Landwirtschaft übertragen und angepasst. Darunter fallen unter anderem die Integration von Tierwohlaspekten in die Klimaregelung in Schweineställen und die Optimierung der Prozessführung in Rübenvollerntern. Die Habilitationsschrift entstand im Zusammenhang mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Forschungsprojekte, welche von Grundlagenforschung bis zur industriellen Applikation reichten. Die Universität Kassel förderte die Arbeiten über zwei Jahre im Rahmen des Nachwuchsforschungsgruppenprogramms.
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