Europawahlen

Weber wird Spitzenkandidat der Christdemokraten

Manfred Weber ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP)
Foto: Michael Lucan
Manfred Weber ist seit 2014 Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP)

Manfred Weber (CSU) soll die Europäische Volkspartei (EVP) in den Europawahlen im Mai 2019 anführen und, wenn es gut für die Christdemokraten läuft, auch den nächste EU-Kommissionspräsident werden.

In Helsinki wird Weber zum Spitzenkandidat gewählt. Rund 80 Prozent der Delegierten sprachen sich auf dem dortigen EVP-Parteitag für Weber aus. Sein Mitbewerber Alexander Stubb, der frühere finnische Regierungschef, erhielt nur 20 Prozent der Stimmen. Der 46-jährige Weber aus Niederbayern leitet seit 2014 die Fraktion der EVP im Europaparlament. Er hat sich mit leisen Tönen in Konflikten und mit einer glücklichen Hand beim Interessensausgleich einen Namen gemacht. Im Wahlkampf will er sich für mehr Bürgernähe in der EU einsetzen. Sollte die EVP wie bisher als stärkste Partei aus den Europawahlen hervorgehen, könnte Weber auch Kommissionspräsident werden.

Es wäre dann das erste Mal seit 50 Jahren, dass ein Deutscher die Brüsseler Zentrale der EU leiten würde. Allerdings ist das Verfahren des „Spitzenkandidaten“ nicht mehr unumstritten. Vor allem Frankreich ist dagegen, dass der Wahlsieger automatisch EU-Kommissionspräsident wird.

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