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Der fiktive Saatgut-Verkäufer


Lorenz Güllrich
Bild: Limagrain
Lorenz Güllrich

Kennen Sie Herrn Güllrich? Lorenz Güllrich. Der wohnt in Dings… na, Sie wissen schon. Ist auch egal. Den gibt es nämlich nicht wirklich. Er ist das neue Kampagnengesicht der Limagrain GmbH. Trotzdem könnte er ihnen über den Weg laufen. 

Natürlich nur im Internet. Er ist der Protagonist der neuesten Limagrain Advertaiment-Idee. Advertainment bezeichnet eine besonders unterhaltsame Form der Werbung. Lorenz ist ein sympathischer Jungbauer, mit Gummistiefel und Kaffeetasse in der Hand. Kein Unterwäschemodel, sondern einfach ein normaler Typ mit einfacher, flapsiger Sprache. Im ersten – und bisher einzigen – Video erzählt er von dem Wasserrübenvergilbungsvirus, das einem schon mal die halbe Ernte verderben könne. Es sei denn, man nehme das entsprechende Saatgut von Limagrain. Spätestens dann merkt man, dass es sich hinter dem 2:50 Minuten langen Film um Werbung handelt.

Das Video ist aufwendig produziert. Lorenz Güllrich ist das Abbild der Zielgruppe. Er soll sympathisch sein, nicht protzig, sondern bodenständig. Hinter Lorenz steckt Marketingleiter Klaus Ahrens. „Wir haben gemerkt, dass wir in unseren bisherigen Videos einfach sehr technisch sind,“, sagt der 43-Jährige gegenüber agrarzeitung.de. Man wollte persönlicher rüberkommen. Die Idee für Lorenz Güllrich war geboren. Er soll dieselbe Sprache sprechen und genauso bodenständig herüberkommen, wie Limagrain sich auch sieht. „Alles fit im Beritt? Dann haste gut Acker!“ sagt Lorenz im Clip. Insgesamt ist es eine schöne Vermarktungsstrategie, direkt auf den Kunden zugeschnitten und per Social Media auf Augenhöhe vermittelt.

Mal etwas ausprobieren

„Wir haben das sehr kontrovers diskutiert bei uns. Aber da muss man einfach mal mutig sein und was ausprobieren“, sagt Ahrens. Das drückt sich auch im provokanten Slogan „Schuld sind die Grünen“ aus. Gemeint ist hier die grüne Pfirsichblattlaus, die das Wasserrübenvergilbungsvirus transportiert. Prompt brachte die Firma den Spruch mit Güllrichs Konterfei als Postkarte heraus. Ein Schelm, wer da Böses denkt.

Laut Ahrens kommt die Idee bisher gut an. Man habe nur gute Rückmeldung bekommen. Wenn das so bleibe, könne er sich so zwei bis drei Folgen im Jahr vorstellen. Produziert wird das Video von einer Agentur, in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. Gemeinsam hatte man mehrere Schauspieler gesichtet, bis man das Gesicht von Lorenz Güllrich festgelegt hatte. Aktuell plant man bereits die nächste Episode. Dann sehen Sie Herrn Güllrich aus Sie-wissen-schon-woher wieder. Sie kennen ihn ja jetzt.

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