Aus der Großstadt Köln geht‘s für Martin Courbier in die Metropole der Politik – nach Berlin.
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Aus der Großstadt Köln geht‘s für Martin Courbier in die Metropole der Politik – nach Berlin.

Es dauert nicht mehr lange bis zum ersten größeren öffentlichen Auftritt von Martin Courbier. Am 2. April wird er als Geschäftsführer des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA) die Jahresbilanz vorstellen.

April wird er als Geschäftsführer des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. (BVA) gemeinsam mit BVA-Präsident Rainer Schuler die Jahresbilanz der bedeutendsten Organisation des privaten Agrarhandels in Deutschland auf der Bundespressekonferenz in Berlin vorstellen.

Courbier hat im November 2018 die Geschäftsführung des BVA übernommen, knapp vier Jahre nachdem der Verband seine Geschäftsstelle vom früheren Dienstsitz Bonn in die Invalidenstraße 34 in Berlin-Mitte verlegte. Gänzlich unbekannt war ihm die Aufgabe nicht. Vielmehr gilt er trotz seiner erst 33 Jahre als exzellenter Kenner der Strukturen des Agrarhandels im BVA. Denn im BVA ist er bereits seit acht Jahren tätig. Zudem leitet er bereits seit dem Jahr 2014 den "Bundesverband der Vermehrungs-Organisationen", den BVO, als Geschäftsführer. Dessen Mitglieder sind – für Außenstehende häufig wenig greifbar und verständlich – sogenannte "VO-Firmen". Dabei handelt es sich um Unternehmen für die Vermehrung – nicht Züchtung – von Saat- und Pflanzgut. Neu ist ihm die Adresse Invalidenstraße daher nicht. Nur sein Aufgabenbereich hat sich mit der Ernennung zum BVA/BVO-Geschäftsführer deutlich erweitert.

Einschließlich der in Landesverbänden organisierten Unternehmen vertritt der BVA etwa 400 Agrarhandelsunternehmen, sagt Courbier. Als eine der großen Herausforderungen der Arbeit im Verband sehe er die Bewältigung des seit vielen Jahren laufenden Strukturwandels in der Branche. Das Umfeld, in dem die Mitgliedsfirmen agieren, wird angesichts immer strengerer Auflagen und auch in wirtschaftlicher Hinsicht zunehmend komplexer.

Vom Praktikanten zum Geschäftsführer

Einen direkten Bezug zur Landwirtschaft hatte der in Kiel aufgewachsene eigentlich nicht. Doch durch sein Interesse an Naturwissenschaften und wirtschaftlichen Zusammenhängen sei er auf das Studium der Agrarwissenschaften aufmerksam geworden. Und es war genau die richtige Wahl, sagt Courbier heute. Nach dem Abschluss, ebenfalls in Kiel im Winter 2010/11, ergab sich für ihn die Gelegenheit für ein Praktikum beim BVA in Bonn. Rasch wurde daraus eine Stelle als Referent. Mit dem Umzug nach Berlin übernahm er die Position des BVO-Geschäftsführers.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau zog Courbier vom bisherigen Wohnsitz in Köln in die noch größere Metropole Berlin. "Die Stadt ist anders, nicht ganz so herzlich", bemerkt er nach gut vier Jahren in der Hauptstadt. Aber positiv sei, dass sie eine große Vielfalt in jeder Hinsicht biete. Vom ruhigen Wohnsitz im Süden der Stadt sind es nur 30 Minuten bis zur Geschäftsstelle in Mitte.

Triathlon als Ausgleich

Ausgleich für das Berufs- und Großstadtleben findet er in sportlichen Aktivitäten. Zunächst nur aus einer Laune heraus und als Versuch im Jahr 2013 gestartet, habe sich der Triathlon als wichtiges Hobby und Ausgleich entwickelt, sagt er. Dabei gehe es ihm bisher nicht um die großen Wettbewerbe. Aber bis hin zur sogenannten olympischen Mitteldistanz – 1,95 km Schwimmen, 90 km Radfahren sowie 21,1 km Laufen – könne er gut mithalten. "Und Schwimmen morgens um halb sieben geht sogar vor der Arbeit."

Als ein wichtiges Ziel seiner Arbeit nennt Courbier "mehr Sichtbarkeit und Profil" des BVA. Der Verband müsse sich noch stärker einbringen, wenn es darum gehe, politische Antworten auf die veränderten gesellschaftlichen Wünsche zu finden. Aber auch Branchenprojekte wie die Digitalisierung müssen aktiv gestaltet werden. Und für die interne Arbeit mahnt er an: "Wir müssen auf einen Nenner kommen, anders geht es im Verband nicht."

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