Sinemus sieht ihre Arbeit als Schnittstelle zwischen den Ressorts.
Foto: HMIND/Salome Roessler
Sinemus sieht ihre Arbeit als Schnittstelle zwischen den Ressorts.

Die neue hessische "Digitalministerin" Prof. Kristina Sinemus stellte sich im Frankfurter Landwirtschaftlichen Verein den Bauern vor. Die 55-jährige weckte beim Publikum die Hoffnung, für diesen Job genau die Richtige zu sein.

Die wortgewandte Professorin ist eine gute Zuhörerin und findet darüber hinaus lobende Worte für ihr Publikum: "Ich weiß, dass Landwirtschaft zukunftsorientiert ist. Diese Botschaft will ich Ihnen mitgeben." Seit Januar 2019 im neu geschaffenen Ministerium für "Digitale Strategie und Entwicklung", beschreibt Sinemus ihr Arbeitsumfeld "als im Start-up-Modus". "Ich muss Menschen miteinander ins Gespräch bringen", analysiert die promovierte Biologin, die an der TU Darmstadt studierte, ihr Tätigkeitsfeld. Und dies tue sie, selbst dann, wenn diese gar nicht miteinander sprechen wollen. "Ich bin noch nie vor Verantwortung weg gelaufen", sagt Sinemus wie selbstverständlich.

Dass sie eine versierte Netzwerkerin ist, lässt sie gekonnt in einer Anekdote durchblicken. Während sie mit ihrem Mann und den zwei Töchtern im Urlaub weilte, wurde die Parteilose Sinemus, die zuvor als geschäftsführende Gesellschafterin in der Beratungsfirma Genius tätig war, vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) angerufen. Dieser habe sie darum gebeten, erste hessische Digitalministerin zu werden. Zwar kann sie nach ein paar Wochen im Amt noch keine Ergebnisse liefern, doch ihre Pläne legt sie offen und wird sich daran messen lassen müssen. So will Sinemus sich um eine effiziente Kommunikation zwischen Landwirten und Verwaltungsbehörden bemühen. Künftig wäre aus ihrer Sicht eine digitale online-basierte Antragstellung über ein Portal denkbar. Antragsteller könnten in diesem Portal alle Agraranträge stellen, die dann direkt an die entsprechenden Bewilligungsstellen übermittelt werden, so Sinemus weiter. Außerdem will Sinemus den Ausbau von Mobilfunk, wie ihn das Land Hessen Ende 2018 mit Mobilfunknetzbetreibern vereinbart hat, vorantreiben.

Sinemus ist darüber hinaus seit 2011 Professorin für Public Affairs an der Quadriga Hochschule in Berlin, einer interdisziplinären Privathochschule. Von 2004 bis 2019 wirkte sie ehrenamtlich in der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Darmstadt. Dort wurde sie 2009 als erste Frau Vize-Präsidentin und 2014 erste Präsidentin einer hessischen IHK. Zurzeit ruht ihr Amt.

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