Frei lesbar: René Borresch

Fit in Theorie und Praxis

René Borresch kennt fast alle Facetten der Branche.
Bild: Burg Warberg
René Borresch kennt fast alle Facetten der Branche.

Die Burg Warberg hat einen neuen Geschäftsführer: René Borresch hat im September die Geschäftsführung des bekannten Schulungszentrums in der Nähe von Braunschweig übernommen.

Der 41-Jährige schließt damit eine immerhin sechs Monate währende Lücke in der Leitung des traditionsreichen Hauses und tritt damit die Nachfolge von Peter Link an.

Der Wahl-Hamburger Borresch bringt mit seiner Biografie alles mit, was der Geschäftsführer einer Agrar-Bildungseinrichtung braucht: Er ist Agrarwissenschaftler, hat in Forschung und Lehre an der Uni Gießen gearbeitet, war Marktanalyst beim ehemaligen Handelshaus Toepfer, Bereichsleiter bei der Akademie deutscher Genossenschaften auf dem Schloss Montabaur und nicht zuletzt Landwirt im Nebenerwerb. Man kann also getrost sagen, dass er seine neue Zielgruppe von allen Seiten kennengelernt hat. Das ist auch dem Recruiting-Spezialisten AgroBrain aufgefallen, der sich um die Wiederbesetzung der Geschäftsführung "der Burg" bemüht hatte.

Die Burg soll Netzwerkknoten der gesamten Agrarwirtschaft werden

Noch steht Borresch ganz am Anfang seiner Tätigkeit auf der Burg. Regelmäßig pendelt er zwischen seinem Hauptwohnsitz und Lebenspartner in Hamburg nach Niedersachsen und zum Wochenende meist wieder zurück nach Hamburg.

Sein erklärtes Ziel sei aber bereits jetzt, die "Burg als Netzwerkknoten der gesamten Agrarwirtschaft zu etablieren", wie er sagt. Bisher liegt der Schwerpunkt im Seminarprogramm der Burg klar auf dem Agrarhandel. Letzterem soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Konzept der Burg zukommen. Für Borresch ein essenzieller Punkt. "Der Agrarhandel ist das Bindeglied der gesamten Agrarwirtschaft", sagt er.

Um dieses hochgesteckte Ziel zu erreichen, will Borresch zunächst in einen Analyse- und Strategieprozess einsteigen. "Ich will jetzt nicht die ganzen nächsten Monate mit Analysen verbringen. Dabei werden wir auch die ersten Quick-Wins in die Tat umsetzen. Ich bin zuversichtlich, dass das schnell geht." Schließlich sei sein neues Tätigkeitsfeld schon fast eine logische Konsequenz seines bisherigen Berufslebens.

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Das neue Aufgabenfeld des Burgherren ist vielfältig. Etwa 45 Menschen stehen auf der Gehaltsliste der Burg, darunter auch der Direktor des angeschlossenen Tagungshotels und ein Betriebsleiter der zur Burg gehörenden Landwirtschaft. Auf etwa 100 ha werden hier vor allem Zuckerrüben und Getreide angebaut, auf einem kleinen Teil der Fläche auch Raps und Mais.

Prinzipiell, so Borresch, laufe alles für sich genommen ganz gut. Das Haus befinde sich von der Substanz her in einem gesunden Zustand. Das halbe Jahr Vakanz habe zwar leichte Spuren hinterlassen, die aber durch das herausragende Engagement der Mitarbeiter auf ein Minimum begrenzt worden seien.

So traditionsreich die altehrwürdige Burg Warberg auch ist, so sehr drängen für Borresch Digitalisierung und New Work ins Haus. Das betreffe die Führung der Burg genauso wie die Inhalte der Seminare. Hier wolle er einen stärkeren Schwerpunkt auf das Entwickeln von Führungskräften legen, die auch für die Zeitenwende hin zur Digitalisierung sensibilisiert und darauf vorbereitet werden sollen. "Das war bisher kein ausdrücklicher Schwerpunkt auf der Burg, aber auch die Landhändler werden immer größer und damit wachsen auch die Anforderungen an Führungskompetenzen und die digitalen Herausforderungen", erklärt Borresch. Innovative Inhalte im historischen Umfeld zu vermitteln, ist für Borresch kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Geschichte und die Moderne gehören für ihn genauso zusammen wie die Regionalität und die Globalisierung.

Konkrete Projekte bieten Mehrwert in den Seminaren

Um die Teilnehmer der Seminare schnell für die neuen Inhalte zu begeistern und auch deren Arbeitgeber von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen, will Borresch konkrete Projekte in den Seminaren bearbeiten lassen. "Wenn an Praxis-Projekten gearbeitet wird, haben die Teilnehmer auch einen direkten Nutzen, den sie mit in ihre Firmen zurücknehmen können", betont er.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 36/2019, Seite 8. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonenten finden den kompletten Artikel in unserem e-paper.

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