Tönnies-Gruppe

„Otto“ Tillmann geht in Ruhestand


Nach 27 Jahren geht in Rheda-Wiedenbrück eine Ära zu Ende: Maximilian und Clemens Tönnies (von links) verabschieden mit Tillmann-Nachfolger Dr. Andreas Hennige (rechts) ihren „Otto“ in den Ruhestand. Ehefrau Maria freut sich.
bild: Tönnies
Nach 27 Jahren geht in Rheda-Wiedenbrück eine Ära zu Ende: Maximilian und Clemens Tönnies (von links) verabschieden mit Tillmann-Nachfolger Dr. Andreas Hennige (rechts) ihren „Otto“ in den Ruhestand. Ehefrau Maria freut sich.

Nach 27 Jahren im Hause Tönnies geht der gelernte Fleischer und Lebensmitteltechnologie Josef, genannt Otto, Tillmann in Rente. Bei dem Fleischerkonzern geht mit dem Abschied eine Ära zu Ende.

Als der gelernte Fleischer und Lebensmitteltechnologe Josef, genannt Otto, Tillmann im Oktober 1991 bei den Brüdern Bernd und Clemens Tönnies anheuerte, war nicht absehbar, dass dieses Arbeitsverhältnis 27 Jahre Bestand haben sollte.

Wie Clemens Tönnies beim offiziellen Abschied seiner „rechten Hand“ in Rheda-Wiedenbrück betonte, habe es damals keine zehn Sekunden gedauert, bis ihm klar war: Der ist der richtige Mann für den Job. Das hieß im Detail, der richtige Mann für die Öffentlichkeits- und Verbandsarbeit sowie die Leitung des für die Automatisierung und Digitalisierung der technischen Prozesse zuständigen Bereichs. Die drei Sparten sind mittlerweile aufgeteilt – die größte davon, die Technik – liegt seit Oktober in den Händen von Dr. Andreas Hennige.

Nach der Inbetriebnahme und Abwicklung des DDR-Großprojekts Eberswalde im Auftrag des Consulters BC Berlin zwischen 1977 und Frühjahr 1980, zehn Jahren Erfahrung im QS- und Produktionsbereich bei Stockmeyer und einem Zwischenstopp als Leiter der Zentralen Qualitätssicherung in der Feinkostsparte bei Nadler, fasste Tillmann schnell Fuß im aufstrebenden Unternehmen Tönnies mit den Standorten in Rheda, Gütersloh und Weißenfels.

Als 1992 der neue Zerlegebetrieb mit einem bis dahin unbekannten Automatisierungsgrad in Rheda-Wiedenbrück ans Netz ging, zeichnete sich das Potenzial des inzwischen 400 Mitarbeiter zählenden Unternehmens zum nationalen Marktführer und bald auch internationalen Konzern ab. Als „Biologische Einheit“ etablierte Tönnies das Konzept der ununterbrochenen Produktionskette in der Fleischgewinnung. 1999 kam die Convenience-Sparte mit der Marke Tillman’s dazu.

Die atemberaubende Entwicklung zum Sechs-Milliarden-Umsatz-Konzern aktiv mitgestaltet zu haben, wertete Tillmann als Glücksfall. Dass nicht nur er das so empfindet, zeigten ihm die Weggefährten und die Familie Tönnies zum Abschied mit stehenden Ovationen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats